Auf dem Weg in den Mainstream :
Warum Disney jetzt seine eigene E-Sports-Arena baut

E-Sports ist für Disney ein "großes Thema", dem ab Januar eine neue Halle in Florida gewidmet wird. Außerdem kündigt der Konzern Investitionen in Virtual-Reality-Gaming an.  

Text: Christian Gehl

Über 200 Sportveranstaltungen finden jährlich im ESPN World Wide of Sports statt - ab Januar werden dazu auch E-Sports-Events gehören.
Über 200 Sportveranstaltungen finden jährlich im ESPN World Wide of Sports statt - ab Januar werden dazu auch E-Sports-Events gehören.

Disney World in Florida ist der größte Freizeitpark der Welt. Über 50 Millionen Menschen besuchen ihn jährlich und verteilen sich dabei auf einer Fläche, die etwa so groß wie Ulm ist. Vier Themenparks, zwei Wasserparks, 32 (!) Hotels, demnächst die neue „Avatar“-Welt – Disney World ist ein Multimilliardendollarunternehmen.

Und zu dem wird ab kommendem Januar auch eine eigens erbaute E-Sports-Halle gehören. 8000 Plätze werden den Gamern innerhalb des riesigen Sportareals ESPN Wide World of Sports zur Verfügung stehen, das ebenfalls zu Disney World gehört. Ursprünglich für Cheerleading-Events geplant – Miterbauer ist Varsity Spirit, größte Cheerleading-Organisation in den USA – , erklärte Faron Kelley, Vice President of Sport bei Disney World, kürzlich in „Forbes“, dass darin auch zahlreiche e-Sports-Events stattfinden werden: „Wir untersuchen stets, wie wir uns an Sportarten beteiligen können, die sich gerade durchsetzen. E-Sports ist ein großes Thema, das wir uns gerade ansehen und wir sind absolut begeistert davon.“

E-Sports: Der Boom in Zahlen

Die neue Halle könnte so etwas wie der Ritterschlag für eine Branche werden, die laut Deloitte bereits 500 Millionen Dollar im vergangenen Jahr umgesetzt hat, mit ihren komplizierten Spielregeln aber immer noch weitgehend wie eine abgeschlossene Welt wirkt. Das Marktforschungsinstitut Newzoo hält aber bereits 191 Millionen Menschen weltweit für absolute E-Sports-Enthusiasten und die Zahl soll weiter stark ansteigen. An der Bedeutung der Branche ist also auch bei größten Widerständen nicht mehr vorbeizukommen. Unterstrichen wird sie von riesigen Events wie dem derzeit stattfinden Turnier The International, bei dem die Gamer um ein Preisgeld von 23 Millionen Dollar spielen. Summen, die zusammen mit der attraktiven Zielgruppe von 18-34-jährigen Männern letztlich auch Disney hellhörig werden ließen.

"Stars Wars" kommt als VR-Game nach Disney World

Dazu passt die aktuellste Meldung aus dem Unternehmen: In Zusammenarbeit mit dem Virtual-Reality-Startup The Void, Lucasfilm und ILMxLAB werden die beiden Disney-Parks in Kalifornien und Florida erstmals ein VR-Game präsentieren, das im „Star Wars“-Universum spielt. Versprochen wird eine „eindringliche, lebensechte Erfahrung“, so  Curtis Hickman, Mitgründer und Chief Creative Officer bei The Void: „Diese grundlegende Erfahrung bietet so viel mehr, als das, was du mit deinen Augen siehst; es geht auch drum, was du hörst, fühlst, berührst und sogar riechst. Dank der Macht von The Void werden Besucher die Welt von ‘Star Wars: Secrets of the Empire’ nicht nur sehen, sondern Teil dieser erstaunlichen Geschichte sein.“

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Virtual Reality hat sich auch im Games-Bereich noch nicht durchgesetzt, die Technik gilt aber als einer der großen Hoffnungsträger der Branche, um neue Zielgruppen zu gewinnen. Disney könnte sich hier einmal mehr als echter Game Changer erweisen.