Content Marketing:
C3-Chef Lukas Kircher: "Native ist die Einstiegsdroge für Content Marketing"

Anfang September war Lukas Kircher auf der "Content Marketing World" in Cleveland, einer der weltweit größten Veranstaltungen zu dem Boom-Thema. Auf W&V Online schildert er seine Eindrücke von dem Event.

Text: Daniela Strasser

Lukas Kircher: "Native funktioniert nicht im 12-Monats-Belegungsplan wie klassische Media."
Lukas Kircher: "Native funktioniert nicht im 12-Monats-Belegungsplan wie klassische Media."

Jeder "Trend" hat seine Messe. Beim Content Marketing ist das unter anderem die Content Marketing World in Cleveland. Lukas Kircher, einer der Chefs der CM-Agentur C3, war Anfang September auch dort. Seine Agenturgruppe hat in Cleveland diverse Auszeichnungen erhalten, darunter die Ehrung als "Agentur des Jahres mit mehr als 100 Mitarbeiter".

Kircher schildert für W&V Online seine diesjährigen Eindrücke aus Cleveland.

1) Die Messe als solche

Lukas Kircher: "Die Content Marketing World ist beeindruckend und der größte Award der Welt zu diesem Thema: Über 3.500 Content-Marketing-Spezialisten aus über 50 Ländern diskutieren Strategie-Ansätze und Cases. Softwarehersteller zeigen ihre auf Content Marketing spezialisierte Plattformen. CM ist in den Vorständen der amerikanischen Unternehmen angekommen. Wir haben mit dem Senior Vice President Content Marketing der Bank of America zusammen gefeiert, sowie mit der Leiterin Content Marketing von Visa, die ebenso im obersten Führungsgremium angesiedelt ist. Hier wird nicht mehr das 'Ob' diskutiert, wie in Deutschland, sondern das 'Wie'. Die erfolgreichsten Cases kommen von den Marken, die in ihrer Organisation 100 Prozent Commitment zum Thema Content Marketing entwickelt haben."

2) Trends im Content Marketing

Lukas Kircher: "Wichtige Themen waren die Wiedervereinigung von Media mit Marketing, also letztlich die Frage, wie Content Marketing in allen Phasen des Trichters im Bezug auf echte Sales performen kann. Neue auf Content Marketing spezialisierte Software-Plattformen sowie die Marketing Automation, die Content und Leads automatisch managen, unterstützen diese Entwicklung ebenso wie der schlaue Einsatz von Native Advertising.

Auch die 'Native Advertising'-Diskussion ist in den USA schon viel weiter: Moderne Content-Marketing-Etats bestehen dort aus 40 Prozent Content-Strategie und -Produktion sowie 60 Prozent Native Advertising. Native ist also die 'Einstiegsdroge' für Content Marketing. Native funktioniert aber nicht im 12-Monats-Belegungsplan wie klassische Media. Erst wenn ein Inhalt organisch attraktiv ist, also geklickt, geliked, geteilt wird, lohnt sich ein massiver Einsatz von Paid. Dazu braucht es eine neue Arbeitsweise bei der Mediaagentur, oder man macht es eben selber, wie das bei vielen Agenturen und Unternehmen bereits zumindest angedacht wird.

Ein weiteres Thema war 'Intelligent Content'. Sprich Inhalte, die kreativ so modular aufgebaut werden, dass sie in unterschiedlichsten Formen in verschiedenen Kanälen und zugeschnitten auf individuelle Kundennutzen eingehen können. Intelligent Content verheiratet Big Data mit Content Marketing, erzeugt so höhere Relevanz und damit mehr Marketing-Erfolg.

Mehr zum Thema Content Marketing und den sich neu formierenden Dienstleistermarkt lesen Sie in der aktuellen W&V (Ausgabe 39/2016 vom 26.9.). Hier geht es zur Einzelheftbestellung.



Daniela Strasser, W&V
Autor: Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.


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