Sponsor Coca-Cola :
Foodwatch attackiert DFB als "Diabetes Förder Bund"

Krawall-Aktion knapp vor der Europameisterschaft: Weil der DFB sich von Coca-Cola, Ferrero und McDonald's sponsern lässt, hat die Organisation Foodwatch den Fußballverband scharf angegriffen. Er soll die Nationalspieler nicht mehr als Werbeträger für die Dickmacher auftreten lassen.

Text: Anja Janotta

Ein Aktionsbild von Foodwatch zeigt die Menge Zucker, die in einem Sammelpack Coke (10 Dosen) enthalten ist.
Ein Aktionsbild von Foodwatch zeigt die Menge Zucker, die in einem Sammelpack Coke (10 Dosen) enthalten ist.

Weil der DFB sich von Coca-Cola, Ferrero und McDonald's sponsern lässt, hat die Organisation Foodwatch den Fußballverband scharf angegriffen: Er sei ein "Diabetes Förderer Bund" und soll die Nationalspieler nicht mehr als Werbeträger für die Dickmacher auftreten lassen. Kurz vor der Europameisterschaft schlagen die Verbraucherschützer Alarm. Vor allem Coca-Cola steht in der Kritik. Der langjährige Hauptsponsor der EM, der bis Ende 2017 Partner des DFB bleiben wird,  habe schon im Vorfeld eifrig mit der Aktion geworben: "Hol Dir das Team auf 24 Sammeldosen". Das animiere Kinder zum Trinken von zuckerhaltigen Getränken und die seien mitverantwortlich, dass es immer mehr Erkrankte vom Diabetes Typ II gebe.

Ein aktueller Coke-Spot mit Manuel Neuer:

Der DFB hat den Angriff der Organisation bereits aufgegriffen. In einem Antwortschreiben, das Foodwatch veröffentlicht hat, heißt es: Man benötige Sponsorengelder, um Spiele durchzuführen, zur Förderung des Nachwuchsfußballs und des Ehrenamts und man engagiere sich über Stiftungen bei diversen Themen wie Integration, Gewaltprävention und Fair Play. "Basisvoraussetzung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit vom DFB und Wirtschaftsunternehmen ist die Zusicherung, auf unternehmerische Entscheidungen des Partners keinen Einfluss zu nehmen. Ebenso wenig steht es dem DFB zu, diese zu kommentieren." Außerdem führt der DFB an: "Zu den von Ihnen aufgeführten Partnern McDonald's und Coca Cola beweisen aktuelle Untersuchungen, dass ein kontrollierter und bewusster Konsum von Produkten bspw. aus Quick Service Betrieben nicht zu adipösen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen führt. So stellt z.B. der Genuss eines Hamburgers mit Salat und Orangensaft nach ökotrophologischen Empfehlungen keine Fehlerernährung dar." Die angeführte Studie habe gezeigt, dass verschiedene sozioökonomische Faktoren für Übergewicht zuständig seien.

Doch Foodwatch lässt sich von dieser Argumentation nicht beschwichtigen und hat nun zu einer E-Mail-Aktion aufgerufen, die den DFB zum Umlenken bewegen soll. "Wir fordern: Der DFB muss seine Verantwortung ernst nehmen – kein Kindermarketing für Ungesundes mit Neuer, Schweini & Co.", heißt es auf der entsprechenden Aktionsseite. Ein Zähler schreibt mit, wie viele bereits unterzeichnet haben: Knapp 1.000 haben am Dienstagnachmittag unterschrieben, mit stark steigender Tendenz.