Super Bowl 50:
Zu sexy, zu grob! Diese Spots durften nicht im Super Bowl laufen

Meist ist zu viel nackte Haut oder Gewalt der Grund: Dann nimmt der Sender, der das Football-Finale überträgt, die Buchung nicht an. Für den abgelehnten Kunden bedeutet das: viel PR, keine teuere Schaltung.

Text: Susanne Herrmann

Meist ist zu viel nackte Haut, manchmal auch Gewalt der Grund: Dann nehmen der Sender CBS, NBC, ABC oder Fox, die im Wechsel das Football-Finale übertragen, die Buchung nicht an oder die National Football League (NFL) legt ihr Veto ein. Für den abgelehnten Kunden bedeutet das: viel PR, keine teuere Schaltung im Super Bowl (wo der 30-Sekünder 2016 5 Mio. Dollar kostet). Und das ist natürlich allzu oft knallhart so kalkuliert.

In diesem Jahr ist mal wieder die Tierschutzorganisation Peta dran. Die hatte es 2009 schon einmal erwischt. Und, wer hätte das gedacht, Bud light. Selbst Schauspielerin Scarlett Johansson (für Soda Stream) war 2014 mal raus. Zu sexy - oder zu aggressiv gegenüber den Wettbewerbern?

Carl's Junior verkauft Hamburger. Saftige Hamburger. Entsprechend saftig die Spots: 2015 trat Model Charlotte McKinney für die Restaurantkette auf - bei es beide so gern natürlich mögen. Zu natürlich für das Sportprogramm: Nicht gesendet.

Wie schon mal 2012, damals mit Kate Upton, die sich an einem besonders scharfen Burger ergötzte. Burger essen ist aber auch wirklich eine Kunst.

Wer es nicht so mit Burgern hat: Hier kommt Trost. Vegetarier haben den besseren Sex. Das war Petas Motto 2009 (erster Clip), das ist Petas Motto 2016 (zweiter Clip). Beide Spots schafften es nicht nur die Sittenkontrolle.

Kim Kardashian, 2015 im Dienste der Telekom beim Super Bowl im Werbeblock dabei, 2011 für Skechers gebucht. Gelaufen ist der Clip dann aber nicht.

Ashley Madison, blitzte 2011 ab. In der Hauptrolle für das Seitensprungportal trat damals Pornodarstellerin Savanna Samson auf.

Dagegen nimmt sich dieser Bud light-Spot doch eher harmlos aus. Dennoch: Er wurde 2007 nicht im Super-Bowl-Werbeblock ausgestrahlt.

Wie im Jahr zuvor diese beiden hier: Das war offenbar zu grob, selbst für Footballfans.

In dieselbe Kategorie fällt wohl dieser Bier-Spot aus dem Jahr 2007 für Rolling Rock - offenbar war es die Ära der Herrenwitze.

Da passt der hier auch noch ganz gut rein: Airbone, ein Erkältungsmittel, wollte 2009 mit Alt-Star Mickey Rooney in den teuersten Werbeblock der USA. Aber der Hypochonder zeigte zu viel Haut.

Miller Lite inszenierte Schlammcatchen der Frauen 2003 - definitiv ein Männertraum, aber nichts für die freiwillige Selbstkontrolle.

Go Daddy, Website-Hosting, ist Körbe zum Super Bowl auch schon gewöhnt. Der Clip mit dem ehemaligen Footballspieler Larry Jones alias Lola, der nun in Reizwäsche macht, hätte 2010 Zuschauer verstören können, meinte der Sender.

Homophob, kritisierten viele. Also war dieser Snickers-Spot 2007 nicht im Spiel.

Manchmal sind nicht Sex oder Geschlechterrollen der Grund für die Absage, sondern Gewalt. Wie bei diesem Spot für Daniel Defense 2013. Den lehnte die NFL ab.

Das Gegenteil von politisch korrekt ist dieser Durex-Spot aus dem Jahr 2012. Eigenwilliger Blick auf die Geburtenkontrolle, der es nicht in den SUper Bowl schaffte - aber bei Youtube viele Fans fand.

Und auch die Politik (und Religion sowieso) ist ein heißes Eisen: Die Webseite JesusHatesObama.com, die unter anderem T-Shorts verkauft, ging mit diesem Film 2011 zu weit. Sie verfilmte ihren Namen.



Susanne Herrmann
Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.


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