Smartes Spielzeug: So werden Kinder ausgespäht

Kinderspielzeug wird immer "smarter" – und immer neugieriger. Die Hersteller internetfähiger Geräte haben die Kleinen als lukrative und zukunftsträchtige Zielgruppe entdeckt. Sie sammeln und verkaufen nun auch deren Daten. Die Mozilla-Stiftung, die den Firefox-Browser anbietet, hat jetzt bei 16 solcher Spielzeuge überprüft, wie neugierig sie tatsächlich sind. Ergebnis: Die Hälfte davon ist nur eingeschränkt oder gar nicht zu empfehlen. Auf der Positiv-Liste datenschutzfreundlicher Geräte steht das Programmier-Werkzeug Kano Coding Kits (100 Euro), mit dem die Kinder in der Welt von Harry Potter oder der Eisprinzessin eigene Software erstellen. Ebenfalls Lob verdienen sich unter anderem der Programmier-Roboter iRobot Root (175 Euro), die Parrot Anafi Drohne (699 Euro), das Augmented-Reality-Spiel "Lego Hidden Side – Geheimnisvoller Friedhof" (25 Euro) sowie Nintendos Switch-Konsole (in der Lite-Version ab 200 Euro). Selbst sie bieten laut Mozilla zwar nicht immer den perfekten Datenschutz, respektieren im Allgemeinen aber die Privatsphäre von Kindern und Eltern.

Nur eingeschränkt zu empfehlen sind die Kinder-Fitnessarmbänder Fitbit Ace 2 (50 Euro) und Garmin Vivofit Jr 2 (ab 35 Euro). Hinter Fitbit steht der neue und bekannt neugierige Firmenbesitzer Google. Und generell brauchen Kinder mit ihrem Bewegungsdrang ohnehin keine solche Überwachung, mit der beim Fitbit sogar der Schlaf der Kinder kontrolliert wird. Auch die Kinder-Tablets Amazon Fire Kids (ab 100 Euro) und Samsung Galaxy Tab A 10.1 Kids Edition (ab 200 Euro) sieht die Mozilla-Stiftung wegen Datenschutzmängeln kritisch. Richtig finster wird es dann bei der China-Drohne DJI Mavic Mini (ab 390 Euro), bei den Programmier-Robotern Ubtech Jimu (ab 60 Euro) und Artie 3000 (75 Euro) sowie vor allem bei der KidKraft Amazon Alexa 2-in-1 Küche & Markt (300 Euro), einer Spielküche mit Alexa-Sprachsteuerung. Hier gilt generell: Sprachassistenten, die die Kleinen belauschen, haben im Kinderzimmer absolut nichts zu suchen.

Fitnesstracker für Kinder wie der Garmin Vivofit Jr 2 – ebenso "smart" wie überflüssig.

Fitnesstracker für Kinder wie der Garmin Vivofit Jr 2 – ebenso "smart" wie überflüssig.

Das ist die neue beste Smartphone-Kamera der Welt

Die Experten von DXOMARK gelten mit ihren aufwändigen Tests weltweit als die wichtigste Instanz für Kameras, für Fotos und Filmaufnahmen. Nun haben die Spezialisten aus Paris eine neue weltbeste Smartphone-Kamera an die Spitze ihrer Rangliste gesetzt. And the winner is – das Xiaomi Mi 11 Ultra, das mit beeindruckenden 143 Punkten Platz eins erobert. Damit halten das Huawei Mate 40 Pro+ mit 139 Punkten auf Platz zwei und das Mate 40 Pro mit 136 Punkten auf Platz drei schon ein Stück Respektabstand zum neuen Xiaomi. Das China-Handy mit 50-Megapixel-Hauptkamera glänzt mit präzisem und schnellem Autofokus, hoher Detailtreue und erstklassigem Rauschverhalten bei schlechterem Licht – auch wenn bei solchen Lichtverhältnissen laut Test die Dynamik der Bilder etwas leidet.

In Deutschland ist das Mi 11 Ultra noch nicht offiziell zu haben. Xiaomi hat aber für Europa bereits einen stolzen Preis von 1.199 Euro angekündigt. Bei China-Importspezialisten ist es zwischen 1.000 und 1.100 Euro bereits verfügbar. Notebookcheck.com erklärt, wie deutsche Käufer an den neuen Kamera-King kommen. Das Xiaomi auf dem Thron könnte aber nur eine kurze Episode bleiben, denn der nächste Machtwechsel steht vielleicht schon an. Noch für April ist Huaweis neues Flaggschiff P50 angekündigt – das mit dem ersten 1-Zoll-Bildsensor in einem Smartphone neue Maßstäbe setzen soll. Solche enorm lichtempfindlichen Sensoren kommen bisher nur in ambitionierten Semiprofi-Kameras wie Sonys RX100-Reihe zum Einsatz.

Apple bringt den Riesen-iMac

Seit 2009 hat Apple das grundsätzliche Design des iMac nicht mehr verändert. Damit ist der All-in-One-Rechner das Modell mit der längsten Bauzeit in Apples Firmengeschichte. Mittlerweile sieht man dem iMac mit den großen Rändern um den Bildschirm und dem breiten "Kinn" unter dem Display sein reifes Alter auch an. Mit dem anstehenden Wechsel von Intel auf Apples eigenen M1-Chip kommt nun aber erstmals seit zwölf Jahren ein völlig neuer iMac. MacRumors zitiert den bekannten Apple-Leaker l0vetodream, der in einem öffentlich nicht zugänglichen Tweet schreibt: "Der Bildschirm des neuen iMac ist richtig groß, größer als der bisher größte."

Während Apple seit 2009 auf zwei Modelle mit 21,5 Zoll und 27 Zoll setzt, sind nun 24 Zoll und 30 Zoll im Gespräch. Allerdings könnte der Top-iMac sogar auf 32 Zoll wachsen. Damit wäre er dann genauso groß wie Apples sündhaft teures Pro Display XDR mit 6K-Auflösung, an dessen Design sich der neue iMac auch orientieren dürfte. Bloß beim Preis und beim Aufwand für die Bildschirmtechnik muss Apple neu planen. Denn das Pro Display XDR kostet zwischen 5.499 Euro und 6.499 Euro – ohne eingebauten Rechner (und ohne Ständer). Der neue M1-iMac wird noch in diesem Frühjahr erwartet. Und weil die Ränder um den Bildschirm deutlich schrumpfen, sollte er insgesamt kaum größer sein als die Vorgänger.

Großes Kino: Der neue iMac könnte ähnlich aussehen wie Apples Pro Display XDR.

Großes Kino: Der neue iMac könnte ähnlich aussehen wie Apples Pro Display XDR.

Neu bei der Telekom: Technik-Service als Flatrate

Was tun, wenn der WLAN-Anschluss nicht funkt, wenn der Smart-Fernseher nicht ins Netz kommt, wenn der Videostream ruckelt und wenn im Home Office nichts läuft? Technik-Laien, die keine fachkundigen Kinder, Kollegen oder Bekannten haben, die helfen können, stehen oft ziemlich ratlos da. Hier will nun die Deutsche Telekom mit dem neuen "Digital Home Service" helfen. Das Angebot, das auch für Nicht-Telekom-Kunden verfügbar ist, verspricht gegen eine monatliche Flatrate Hilfe im Heimnetzwerk und bei den damit verbundenen Geräten vom Smartphone über Tablet und PC bis zum Fernseher – entweder per Telefon, Video, PC-Fernzugriff oder bei Bedarf auch zuhause vor Ort.

Dabei bietet die Telekom drei Pakete an. Beim Basis-Paket S für 6,95 Euro im Monat liefert die Hotline 30 Minuten im Monat Telefonservice, einmal im Jahr kommt auf Wunsch ein Techniker nach Hause. Beim Comfort-Paket M für monatlich 10,95 Euro gibt es mehr Service und zwei Hausbesuche im Jahr. Und mit Premium-Paket L für 20,95 Euro pro Monat schauen der Techniker oder die Technikerin bei Bedarf viermal jährlich daheim vorbei – und das innerhalb von acht Stunden nach einem "Hilferuf". Auch der Telefonservice ist bei diesem "Technik-Vollkasko" noch umfangreicher, hier hat die Hotline sogar am Sonntag Zeit. Interessenten sollten sich aber vorab erkundigen, ob ihre spezielle Hardware, also zum Beispiel ein Mac, auch tatsächlich im Service inbegriffen ist.

Wenn’s brennt: Tech-Experten wie Anne Hollek kommen nach Hause.

Wenn’s brennt: Tech-Experten wie Anne Hollek kommen nach Hause.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.