Bei den 1321 Teilnehmern bedienten die einzelnen Screens jeweils spezielle Nutzungsbedürfnisse; für jeden Nutzungskontext und jede Anwendung werden sie speziell ausgewählt. Der Fernseher steht nach wie vor für Bewegtbild und behauptet seine Position als Leitmedium: 88 Prozent der Nutzung entfällt auf den klassischen, linearen TV-Konsum. Eine Betrachtung des gesamten Bewegtbild-Konsums (die Summe der Bewegtbild-Kontakte über alle Screens) zeigt, dass auch dieser auf dem großen Fernsehbildschirm stattfindet (86%), selbst bei den Jüngeren (76%).

Smartphones sind vor allem Kommunikationsmittel und dienen dem Austausch mit anderen über Messenger, soziale Netzwerke oder E-Mails. Desk- und Laptops stehen für Arbeit und Austausch z.B. via Mail oder Soziale Netzwerke. Das "breit einsetzbare" Tablet wird vor allem für Kommunikation und Unterhaltung genutzt.

Das Multiscreening, die parallele Nutzung mehrerer Bildschirme, tritt in allen Altersgruppen auf, übersteigt aber selten zwei Bildschirme. Die häufigste Form des Multiscreening ist die Parallelnutzung von TV mit einem weiteren Screen, meist dem Smartphone. Rund ein Drittel der Befragten nutzen diese beiden gemeinsam. Trotzdem wird Fernsehen überwiegend exklusiv konsumiert (82%), auch von den Jüngeren (74%).

Diese Parallelnutzung ist von der Tageszeit abhängig: Ab 15 Uhr sinkt die Tendenz zum Zweitbildschirm und sorgt in der Primetime für eine hohe TV-Exklusivnutzung. Außerdem steigt der Grad des Multiscreening mit der Geräteausstattung: Zuschauer, die mehrere Screens besitzen, nutzen diese parallel zum TV - häufig auch für sendungsbezogene oder -begleitende Inhalte. Doch selbst die vollausgestatteten "Fourscreener" schauen TV vor allem exklusiv (73%).

"IP Fourscreen Touchpoints" erfasst die Bedeutung von Bildschirmmedien im Alltag der Deutschen. Dafür dokumentierten 1321 Teilnehmer zwischen 14 und 59 Jahren im mobilen Smartphone-Tagebuch stündlich über drei Tage ihre Aktivitäten und lieferten so mehr als 40.000 Momentaufnahmen (Touchpoints). Die Teilnehmer gaben mindestens achtmal pro Tag in stündlichen Abständen über ihre medialen und nicht-medialen Tätigkeiten, Aufenthaltsorte und Stimmungen Auskunft und dokumentierten ihren Tagesablauf per Foto. Aus diesen über 40.000 Momentaufnahmen konnten bevölkerungsrepräsentative Daten zur konvergenten Mediennutzung im Alltag gewonnen werden. Für die Studie arbeitete IP Deutschland mit den Methodikexperten von Krämer Marktforschung, Goals international und Bonnstats zusammen. Die Studie ist Teil der 2011 gestarteten Studienreihe "Kartografie von Bewegtbild".  

IP Deutschland vermarktet die Fernsehsender RTL, Vox, Super RTL, N-TV und RTL Nitro sowie deren Online-, Mobile- und Smart-TV-Angebote, außerdem externe Angebote mit Videoschwerpunkt im Online-, Mobile- und Smart-TV-Segment. Unter dem Leitbegriff "Fourscreen" bietet IP Deutschland Werbekunden Medialösungen und Reichweite auf allen vier Bildschirmmedien an - TV, PC, Tablet und Smartphone.



Susanne Herrmann
Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.