Dufttechnisch, optisch und akustisch können die virtuelle Welten wohl durchaus überzeugen, doch VR-Fans bemängeln immer wieder die fehlende Haptik. Hier kommen die Sex-Roboter ins Spiel: Die lebensgroßen Gummipuppen sehen Menschen inzwischen nicht nur immer ähnlicher, sondern verhalten sich auch so. Das chinesische Unternehmen DS Doll Robotics entwickelt beispielsweise Robo-Köpfe für Silikon-Sexpuppen. Diese können per App oder Game Controller gesteuert werden. Von Hand bemalte menschliche Gesichtszüge bewegen sich dabei in authentischer Mimik und KI sorgt dafür, dass die Puppe sprechen kann.

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"Der Liebe wird von sexuellen Superreizen das Wasser abgegraben"

Sex mit einem Roboter? Immer mehr Menschen halten das für denkbar: Die Zukunftsstudie von BR, Arte, ORF und dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat ergeben, dass jeder fünfte Deutsche mit einem Sex-Roboter ins Bett gehen würde. Außerdem würde sich mehr als die Hälfte nicht daran stören, wenn der eigene Partner Sex mit einem Roboter hätte.

Experten fürchten, dass die Nutzung der Puppen echte Paarbeziehungen auf diese Weise negativ verändern könnte. Zu Recht? "Unsere Triebe entkoppeln sich zunehmend von der Partnerschaft", sagt Paar- und Sexualtherapeutin Heike Melzer im Interview mit dem Stern. "Jeder kann leicht Sex auch ohne den eigenen Partner haben. Der Liebe wird von sexuellen Superreizen das Wasser abgegraben. Gesprochen wird darüber selten. Der Mann sagt abends, er müsse noch E-Mails checken – und geht auf Pornoseiten. Seine Frau sagt, sie gehe früh ins Bett – und nimmt den Vibrator. Lust ist da, aber nicht mehr auf den Partner."

Doch der Sex 2.0 bringt auch Vorteile mit sich: Vibease oder OhMiBod sind intelligente Vibratoren, die sich mittels einer App fernsteuern lassen. Das ist zum Beispiel praktisch für Paare, die eine Fernbeziehungen führen. Die Geräte können auch vom Partner aktiviert werden - ganz egal, wie viele Kilometer dazwischenliegen. Auf der Suche nach erotischer Inspiration hat sich zudem ein ganz neues Medium aufgetan: der Podcast. Egal ob humorvoll, aufklärend oder informativ - hier geht es (natürlich nur verbal) richtig zur Sache. Ganz großes Ohrkino sind beispielsweise die Podcasts "Oh, Baby!", "Besser als Sex" oder "Beste Freundinnen".

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Neuer Kick – neues Risiko?

Die digitale Vernetzung kann also für einen ganz neuen Kick sorgen – ist aber häufig auch ein Risiko. So können Hacker über die genutzten Geräte Einblicke ins Schlafzimmer bekommen und erhalten Zugriff auf intime Daten. Zudem fühlen sich einige auch durch die neuen digitalen Möglichkeiten unter Druck gesetzt: Laut des aktuellen Reports der Havas Group "Love in the Digital Age" sind viele Menschen zunehmend besessen von ihrer sexuellen Performance. Sex wird zu einem sportlichen Ereignis, für das die Befragten auch bereit sind, zu trainieren. Global betrachtet würden mehr als vier von zehn Interviewten ihre sexuellen Aktivitäten und Leistungen zur Verbesserung sogar tracken.

Für alle sexuellen High-Performer ist Lioness sicherlich keine schlechte Wahl: Das schlaue Spielzeug ist ein echtes Sex-Fitbit, denn es überwacht weibliche Orgasmen mit einer App. Etwas Ähnliches gibt es natürlich auch für die Herren der Schöpfung: Die Firma Bondara hat einen Penis-Ring entwickelt, in dem ein Tracker integriert ist. Dieser zeigt nicht nur die verbrauchten Kalorien an, sondern auch die Anzahl und Geschwindigkeit der Stöße sowie die Häufigkeit des Positionswechsels. Auch hier geht der Trend also definitiv zur Symbiose von Smartphone und Sex Toy und macht aus den kleinen Helfern ganz nebenbei echte Lifestyle-Tools. Oh yeah, baby - das nennen wir smart Sex!

Dieser Artikel erschien zuerst bei lead-digital.de (2019).



© W&V
Autor: Alessa Kästner

ist Absolventin der Burda Journalistenschule und volontierte beim Playboy. Die gebürtige Münchnerin schrieb für Magazine wie ELLE, Focus oder Freundin und schnupperte im Anschluss noch ein wenig Agenturluft bei Fischer Appelt. Ihre Kernthemen als W&V-Redakteurin: Digital Lifestyle, New Work und Social Media.