Wann planen Sie eine Rückkehr in die Büros? In welchem  Umfang?

Wir setzen das sogenannte "Hybrid Workplace Model" um, d.h. einige Kolleg*innen arbeiten in den Büros, während andere von zu Hause aus arbeiten. Seit Anfang Juni sind bei uns das Headquarter in München sowie unsere andere regionale Offices in Deutschland teilweise geöffnet. Wir bieten nur so viele Plätze an, dass wir auch allen Standard und Hygienevorschriften gerecht werden können. Wer ins Office möchte, kann sich über eine App einen Schreibtisch in einem ausgewiesene Bereich buchen und muss dann vor Eintritt ins Büro einen sogenannten Health-Check-in machen und versichern, dass er oder sie keine Symptome oder Kontakte zu Infizierten hat. Das Crisis-Management-Team von Microsoft Deutschland beobachtet die Lage stetig und entscheidet immer wieder gemeinsam, welche weiteren Maßnahmen getroffen werden können, um das Arbeiten im Büro zu erleichtern.

Verändern Sie jetzt die bisherigen Vereinbarungen zum Thema Homeoffice?

Da wir seit 1998 Vertrauensarbeitszeit und seit 2014 den Vertrauensarbeitsort in der Betriebsvereinbarung stehen haben, gibt es für uns als Microsoft Deutschland keine Notwendigkeit hier Anpassungen vorzunehmen. 

Wie sind Ihre Mitarbeiter fürs Homeoffice technisch gerüstet und müssen Sie da evtl. nachjustieren?

Natürlich haben nicht alle Kolleg*innen ein voll ausgerüstetes Home Office. Deswegen bieten wir die Leihgabe von Schreibtischstühlen sowie Monitorien für alle an. Kleine Dinge wie Tastaturen, Mäuse, Head-Sets gibt es natürlich auch.

 Welche Zwischenbilanz ziehen Sie beim Thema Homeoffice für Ihr Unternehmen? Wo hat es gut geklappt, wo lagen Schwierigkeiten?

Wir haben von Beginn der Krise unser Crisis-Management-Team (CMT) im Einsatz gehabt, das mit verschiedenen Funktionen im Unternehmen wie u.a. HR, Communications, Leadership Team oder auch ein paar Kolleg*innen direkt aus dem Business, zusammenstellt. Das CMT hat einmal die Woche getagt und Themen rund um die Sicherheit der Mitarbeiter*innen, die Arbeit mit unseren Kunden & Partnern oder auch Reisen besprochen und die Resultate dessen immer wieder mit kurzen Updates auf unserem internen Social Network Yammer gepostet. Zudem hatten wir wenige Wochen nach Lockdown ein Live-Event mit allen Mitgliedern der deutschen Geschäftsleitung, die Frage und Antwort standen, um wirklich zu zeigen, dass wir "alle im gleichen Boot sitzen". Wir haben den Mitarbeiter*innen und vor allem auch unserer Manager-Community vieles von Beginn an die Hand gegeben. Zum Beispiel haben wir Best Practices geteilt wie der Kaffee an der Maschine im Büro virtuell aussehen kann oder wie auch eine Team Happy Hour am Abend über ein digitales Tool funktioniert. Virtuelle Sportangebot, Austausch mit den Betriebsärztinnen, Well-Being Sessions und vieles mehr waren Angebote, die in so einer Zeit nicht fehlen durften. Unsere Eltern-Community hat sich gegenseitig sehr stark unterstützt und was mir dort ganz besonders gefallen hat: die virtuelle Märchenstunde, die einmal in der Woche per Videocall stattfindet und eine Kollegin liest für Groß und Klein Märchen vor. Es war sehr schön zu sehen, wie wir wirklich als ganz Microsoft Deutschland uns gegenseitig unterstützt haben, die persönliche Ebene hat sich sehr gestärkt und deswegen ist für mich das größte Learning auch, dass eine starke Community jede Krise „meistern“ kann oder sie zumindest angenehmer machen. Aber nichtsdestotrotz sind viele von uns an ihre Grenzen gestoßen und Auszeiten waren mehr als notwendig.

An welchen Stellen sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Wir wollen natürlich so inklusiv wie möglich kommunizieren, sei es jetzt in einer übergreifenden Kommunikation vom Communications Team, aber eben auch auf Team- oder individueller Ebene. Wir haben zum Beispiel blinde oder taube Kolleg*innen und genau da haben wir Verbesserungspotential unsere Kommunikation noch inklusiver zu gestalten. Sei es zum Beispiel mit einer Bildunterschrift, sodass der Screenreader auch das Bild beschreiben kann oder eben mit Untertitel in einem Livestream. Aber wir haben ein starkes Team, das ich dieser Herausforderung angenommen hat und hoffen auf stetige Verbesserungen. 

Was heißt das für Ihr Gebäudemanagement? Brauchen Sie mehr/weniger Raum? Oder anders gestaltete Flächen?

Es wird immer Orte geben müssen, wo Menschen sich treffen, sich austauschen, Projekte besprechen oder bloß ein wenig plaudern. Ob das in der genau gleichen Form sein wird, wie wir es vor der Krise? Ich weiß ich nicht. Unsere Mitarbeiter*innen bei Microsoft Deutschland konnten schon vor Corona arbeiten, wann und wo sie wollten – und haben das genutzt. Es gab nie den Zwang ins Büro zu gehen, um zu zeigen, dass man arbeitet. Die Art des Arbeitens wird sich nun flächendeckender verändern. Wo Flexibilität und Homeoffice bisher eher ein Fremdwort war, haben vermutlich viele Manager diverser Unternehmen eine echte Lernkurve gehabt und erkannt, dass sie den Trend der Zeit verschlafen haben. Das wird sich ändern. Flexibilität wird die neue Normalität sein. Und bei uns wird es weiterhin der hybride Weg des Arbeitens.

Die neue W&V-Serie: Home oder Office? Hier sehen Sie alle bisher erschienen Teile:

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Autor: Holger Schellkopf

Chefredakteur. Mitglied der W&V-Geschäftsleitung. Sozialisiert mit Print, konvertiert zu digital. Findet beides prima. Feste Überzeugung von @hschellk : Digital Journalism rocks! Versucht ansonsten, sich so oft wie möglich auf das Rennrad zu schwingen oder in die Laufschuhe zu steigen.