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Burda im Visier der Staatsanwaltschaft

Die Münchner Staatsanwaltschaft I. ermittelt gegen zwei hochrangige Manager des Medienkonzerns Burda. Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen den Vermarktungschef Andreas Schilling.

Text: W&V Redaktion

4. Mai 2009

Die Münchner Staatsanwaltschaft I. ermittelt gegen zwei hochrangige Manager des Medienkonzerns Burda. Dies berichtet der W&V-Schwestertitel Kontakter. Die Ermittlungen richten sich laut Kontakter gegen den Vermarktungschef Andreas Schilling sowie gegen Helge-Jörg Volkenand, bislang Verlagskoordinator des zu Burda gehörenden Vermarkters BCN.
Der Vorwurf lautet auf "Bestechung im geschäftlichen Verkehr", wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Kontakter bestätigte. Hintergrund der Ermittlungen sind Rückvergütungen an Mediaagenturen, sogenannte Kickbacks. Medien gewähren den Mediaagenturen, die für die werbungtreibende Industrie die Werbebuchungen in Zeitschriften, TV-Sendern etc. tätigen, solche Kickbacks auf das gesamte Buchungsvolumen. Während TV-Vermarkter dies in der Regel in Form von sogenannten Freispots tun, fließt laut Kennern der Mediaszene bei dem Verlagen meistens Cash.
Diese Praxis gilt als nicht ungewöhnlich. "Wir gehen mit absoluter Sicherheit davon aus, dass unsere geschäftlichen Gepflogenheiten denen des Marktes entsprechen und jederzeit einwandfrei waren", erklärte ein Burda-Sprecher gegenüber dem Kontakter. Dass sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die beiden genannten Manager richteten, sei "ein völlig normales Prozedere, da nach deutschem Recht nur gegen Personen ermittelt werden kann".
Der Burda Verlag hatte die Ermittlungen bereits 2008 durch eine Selbstanzeige ausgelöst. Die Praxis der Kickback-Zahlungen beschäftigt die Medienszene bereits seit vielen Monaten. So ermittelt die Staatsanwaltschaft München in einem Verfahren zu ähnlichen Geschäftspraktiken gegen den Vermarkter SevenOne Media der ProSieben Sat.1-Gruppe sowie seit graumer Zeit gegen den Sender RTL II.


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