Cannes-Gewinner: Acht Press-Löwen für Deutschland
2007 waren es nur zwei, in diesem Jahr nehmen die deutschen Kreativen gleich acht Press-Löwen mit nach Hause. Auch wenn kein Gold darunter ist: Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Bronze gewinnt Scholz & Friends, Berlin, einmal für Weru, ein Kunde, mit dem die Agentur in Cannes seit Jahren Preise abräumt, und einmal für Jobsintown.de, auch ein alter Bekannter. Bronze bekommen außerdem KNSK, Hamburg, mit einer Anzeigenkampagne für Dolormin von Johnson & Johnson und DDB, Berlin, erneut für Volkswagen (RNS 510 Navigation).
"Das ist ein guter Schnitt, wenn man bedenkt, wieviele Arbeiten international eingereicht wurden", sagt Ulrike Wegert, CD von KNSK, die für Deutschland in der Jury sitzt. Insgesamt hatte die 19-köpfige Jury 7442 Arbeiten zu bewerten, 661 davon waren aus Deutschland. Insbesondere die Einparkhilfe hat es ihr angetan: "Die Idee ist so einfach und so genial. Da denkt man doch, die muss schon mal jemand gehabt haben."
Die Arbeit in der Jury hat ihr großen Spaß gemacht. Craig Davis, CCO Worldwide von JWT, hat 2008 den Vorsitz geführt. Der Jurypräsident, der sich in der Presskonferenz von den Fragen der Journalisten deutlich genervt zeigte ("Any more funny questions?"), habe die Kollegen souverän, kritisch und intelligent geführt. Nationale Egoismen hätten keinerlei Rolle gespielt.
Ausgezeichnet hat die Jury Arbeiten, die Kopf, Bauch und Herz treffen, wie es Davis formuliert hat. Das beste Beispiel dafür ist wie immer der Grand Prix, eine Anzeigenkampagne aus Südafrika für Energizer-Batterien, die mit Kinderbilderrn arbeitet. Der Tenor: "Wer nicht darauf achtet, dass die batteriebetriebenen Spielsachen seiner Kinder laufen, muss damit leben, dass die Kleinen Dummheiten machen." Da spucken sie von einer Mauer auf Passanten, üben sich in Doktorspielen und kleben ihre kleine Schwester am Karrussell fest. "Das ist relevant, kraftvoll und so menschlich. Das hat uns berührt", sagt Craig Davis.