Cannes-Juror Myles Lord: "A kick in the ass"
Der 35-jährige CD von Heimat sitzt gemeinsam mit dem Juryvorsitzenden Alex Schill in der Direct-Jury in Cannes. In der restlichen Zeit gönnt sich Myles Lord eine kreative Intensiv-Kur.
Der 1976 in Kapstadt geborene Myles Lord, der mittlerweile als CD bei der Berliner Agentur Heimat arbeitet, kommuniziert immer noch am liebsten auf Englisch - auch wenn er der deutschen Sprache inzwischen längst mächtig ist. Als deutscher Vertreter in der internationalen Direct-Jury zu sitzen, sollte ihm daher keine Mühe bereiten.
Bereits mit 17 arbeitete Myles Lord in der Werbung - damals noch in seinen Ferien für die ortsansässige Agentur Y&R Cape. Nach seiner Ausbildung an der Red & Yellow School of Advertising heuerte er bei Lowe Bull Cape Town an und arbeitete dort die folgenden acht Jahre.
Die Liebe brachte Myles 2003 nach Deutschland, wo er erst bei Springer & Jacoby in Hamburg arbeitete, dann aber schnell in Berlin bei Heimat anfing. Das Thema Automobilwerbung begleitete ihn während seiner Zeit in Deutschland: So arbeitete er bei S&J auf Mercedes-Benz und auch bei Heimat war er für eine Automarke kreativ tätig. Dort verantwortete er den Audi-Etat. Einen Namen machte er sich allerdings als der kreative Kopf hinter der vielfach ausgezeichneten CNN-Kommunikation "Go beyond borders". Die Kampagne konnte unter anderem einen goldenen Löwen in Cannes gewinnen.
Cannes ist für ihn Inspiration und Leidenschaft - "A kick in the ass": "Cannes makes me fall in love with advertising all over again", sagt er. Großer Favorit ist für ihn "Write the Future" von Nike, aber nachdem er sich fest vorgenommen hat, die gesamte TV-Shortlist in den kalten Sälen anzusehen, wird mit Sicherheit noch die eine oder andere Kampagne hinzukommen. Ansonsten gilt für den kreativen Kopf: Ausstellungen, Shortlist Screenings sowie Seminare und Vorträge sind ein Muss. Schließlich fahre man nicht nach Cannes, um am Strand abzuhängen.