Das sind die wichtigsten Handelsmarken
Aldi, Media Markt und Edeka sind die drei wertvollsten Einzelhandelsmarken Deutschlands. W&V Online zeigt, wer es noch ins internationale Top-Ranking der "Best Retail Brands 2011" geschafft hat.
Aldi, Media Markt und Edeka sind die drei wertvollsten Einzelhandelsmarken Deutschlands. So jedenfalls sieht es die am Mittwoch (30.3.2011) vorgestellte Studie „Best Retail Brands 2011“ von Interbrand in Köln. Ein Ergebnis, das vor allem eines deutlich macht: Die Billig-Discounter dominieren. So heißt es in der Studie denn auch: „Der Geiz gehört zum guten Ton.“ Dies sei wenig überraschend, hätten doch die führenden Retail-Marken jahrelang die deutschen Verbraucher auf „billig“ konditioniert. Allerdings ziehe die Billigmasche hierzulande immer weniger. Interbrand: „Die deutschen Handelsunternehmen müssen erkennen, dass die Kaufentscheidung der Verbraucher nicht mehr ausschließlich preisgetrieben ist. Der zukünftie Erfolg deutscher Handelsunternehmen hängt davon ab, dass sie verstehen, wie ihre Marken Wert generieren.“
Aber zurück zum Ranking der Handelsmarken nach ihrem Markenwert: Der Markenwert von Aldi beträgt laut Studie 3,5 Milliarden US-Dollar. Media Markt kommt auf einen Markenwert von 1,34 Milliarden, Edeka auf 1,32 Milliarden US-Dollar. Allerdings musste Aldi gegenüber 2009 einen deutlichen Verlust von 14 Prozent hinnehmen und Marktanteile an Lidl abgeben. Lidl rangiert mittlerweile auf Rang 4 mit einem Markenwert von 1,18 Milliarden US-Dollar, musste aber auch Einbußen im Markenwert hinnehmen, und zwar um sechs Prozent.
Auf den weiteren Plätzen fünf bis zehn des deutschen Rankings folgen Kaufland, Rewe, Schlecker, dm, Netto und Obi. Welchen Markenwert diese Unternehmen generierten, lesen Sie in der kompletten Übersicht über die zehn wertvollsten deutschen Handelsmarken.
Um den Markenwert ermitteln zu können, hat Interbrand vier Kriterien aufgestellt: Die Marke muss erstens im jeweiligen Land des Rankings beheimatet sein, dann müssen Marketing- und Finanzdaten frei zugänglich sein, drittens muss ein langfristiger positiver Unternehmenserfolg sichtbar sein und schließlich muss das Einzelhandelsunternehmen 50 Prozent seines Umsatzes in eigenen Geschäften erzielen.
Die Retail Brand-Studie ist international angelegt: Gelistet werden die wichtigsten Handelsmarken für die USA, Kanada und Europa, wo außer Deutschland der englische, französische und spanische Markt berücksichtig wurde. W&V Online zeigt, welche Marken der Studie zufolge in Europa am besten performt haben.
Großbritannien
Hier liegen Marken vorn, die den Fokus nicht nur auf den Preis, sondern gleichzeitig auf Produktqualität oder das Einkaufserlebnis gelegt haben. Besonders erfolgreich seien laut Interbrand Strategien, die mehrere Kanäle und Plattformen einbinden. Als Paradebeispiel nennt die Studie Next (auf Platz 5), das außer im realen Geschäft via Online-Shop und Katalogen „sinnstiftende Einkaufserlebnisse“ geschaffen habe.
Die Top Ten der wertvollsten Handelsmarken in Großbritannien sind:
Tesco (10,10 Mrd. US-Dollar), Marks & Spencer (6,07), Boots (2,48), Asda (1,40), Next (1,31), Argos (0,91), Sainsbury's (0,85), Morrisons (0,43), Waitrose (0,34) und Debenhams (0,28).
Frankreich
In Frankreich haben sich Konzepte durchgesetzt, die dem Verbraucher ein Gefühl von Individualität vermitteln konnten. Carrefour auf Platz eins etwa habe, so Interbrand, erkannt, dass kleinflächigere City-Shop-Konzepte viel mehr den Verbraucherbedürfnissen entsprechen als die großen Verbrauchermärkte.
Die Top Ten der wertvollsten Handelsmarken in Frankreich sind:
Carrefour (13,35 Mrd. US-Dollar), Auchan (2,86), Leroy Merlin (1,58), L'Occitane (1,34), Sephora (1,31), Conforama (1,10), Darty (0,88), Decathlon (0,81), FNAC (0,58) und Casino (0,49).
Spanien
Auf der iberischen Halbinsel sind es gleich zwei große Modeketten, die es in die Top Five geschafft haben: Zara auf Platz eins und Mango auf Platz drei. Ihr Erfolgskonzept laut Interbrand: Sie hätten sich zum einen auf die internationale Expansion konzentriert, aber sich zum anderen intensiv um den lokalen Markt gekümmert. In dem immer schwierig werdenden Heimatgeschäft hätten vor allem zeitnahe Orientierung an den großen Laufstegtrends und die Aufnahme urbaner Strömungen dazu geführt, Konkurrenten wie H&M oder Topshop auszustechen.
Die Top Five der wertvollsten Handelsmarken in Spanien sind:
Zara (7,47 Mrd. US-Dollar), El Corte Inglés (2,37), Mango (1,07), Mercadona (0,69) und DIA (0,60).