Nachholbedarf gibt es noch bei der Abgrenzung der internationalen und der deutschen Google+-Präsenz. Auf beiden Seiten gibt es die gleichen Posts nur jeweils auf Englisch bzw. Deutsch. Wie der Dialog lebendiger werden kann, zeigt die US-Seite. Schon der Begrüßungs-Post ist deutlich ansprechender als das deutsche "Willkommen bei Audi, dem Autobauer aus Ingolstadt. Falls Sie nicht wissen, wo Ingolstadt liegt, finden Sie diese Information genau hier. Ebenso wie alles über Autos und die Zukunft der Mobilität." Audi USA dagegen verspricht, dem User die wichtigsten Personen aus dem amerikanischen Hauptsitz vorzustellen, Insider-Blicke in die Autos zu liefern und coole Fotos zu posten. Außerdem fragt Audi USA die Nutzer von Google+ selbst, was sie sehen wollen.

Etwas schleppend läuft die Kommunikation von BMW bei Google+ an. Zwar sind die Münchner ebenfalls mit mehreren Seiten vertreten, aber viel zu sehen gibt es noch nicht. Ein einsamer Willkommens-Post wartet auf der internationalen BMW-Seite auf Ergänzung. BMW Deutschland nutzt Google+ noch etwas zaghaft, um die "BMW 1er Mission" zu streuen – ein Gewinnspiel, bei dem es das neue 1er-Modell für ein Wochenende zum Probefahren gibt. Eine eigene Online-Dependence hat auch die BMW Group. Sie begnügt sich aber damit, auf Presseinformationen zu verlinken. Kein Wunder also, dass der Dialog nicht recht in Gang kommen will. Lebendiger ist es da schon auf der Seite von Mini. Zahlreiche Fotos sind hier zu sehen, die meisten mit Bezug zum Motorsport.

Opel geht mit der Tatsache, dass es bei Google+ noch recht gemächlich zugeht, ganz offensiv um. "Ja, wir sind auch bei Google+", hieß es am 9. November. "Aber da es hier noch immer einsam ist, empfehlen wir unsere Facebook-Seite". Dort gibt es immerhin schon eine sechsstellige Fangemeinde, bei Google+ gerade mal 85 und zehn Mal ein +1 für die internationale Opel-Seite. Die deutsche Opel-Seite schneidet ein klein wenig besser ab. Doch sollte Opel weiter mit einem Post pro Woche dahin schleichen, wird der Autobauer das Social-Media-Rennen nicht machen.

Volkswagen lässt sich mit Google+ noch die meiste Zeit. Die deutsche Seite ist zwar angelegt, doch zu lesen gibt es noch nichts. Aktiver ist auch hier die US-Tochter. Volkswagen USA postet schon fleißig Fotos, Videos und lässt die User Codes knacken.

Dabei sein ist alles, scheint das Motto der deutschen Automarken bei Google+, jedenfalls jetzt am Anfang. Eine eigene Community aufbauen, sie mit interessanten Informationen, Fotos und Videos zu beliefern, so lautet jetzt die Aufgabe. Die Zahl der Follower und Kommentare ist bei allen Marken noch recht gering. Trockene Presseinfos alleine werden aber nicht ausreichen, um die Massen zu erreichen. Das Video von Dieter Zetsche zeigt, dass es die persönlichen Botschaften sind, die sich in dem Netzwerk verbreiten.


Franziska Mozart
Autor: Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.