Gedämpfte Stimmung bei Mipcom
Die diesjährige Fernsehmesse Mipcom in Cannes verläuft verhaltener als noch die Frühjahrs-Mip. das liegt vor allem an den deutschen Produzenten und Sendern, die derzeit eher sparen.
Die diesjährige Fernsehmesse Mipcom in Cannes (13. bis 17. Oktober) verläuft verhaltener als noch die Frühjahrs-Mip. Dies mag zum einen daran liegen, dass traditionell zu der Herbstmesse weniger Teilnehmer kommen, aber – so der Tenor unter den deutschen Teilnehmern – auch daran, dass Sender, Produzenten und Dienstleister sparen und viele zu Hause bleiben. Trotz der Zurückhaltung der Deutschen: Insgesamt vermeldet die Mipcom eine vorläufige Bilanz von 13.000 Besuchern aus fünf Kontinenten -ungefähr genauso viele wie im Herbst 2007.
Trotz Finanzkrise und ruhigerer Atmosphäre: Die Lizenzhändler zogen am zweiten Messetag eine positive Bilanz. Die Nachfrage nach TV-Programm sei nach wie vor ungebrochen. Schließlich ist das Kaufen von Lizenzen die preiswerteste Methode, Programmzeit zu füllen. "In Zeiten der Krise bleiben die Menschen auch eher zu Hause und schauen fern", sagt Oliver Kreuter, TV-Chef des Lizenzhändlers Bavaria Media Television.
Allerdings: Gefragt sind Sendungen, die sich schnell amortisieren, also Telenovelas, Miniserien und Shows. So verkaufte SevenOne International, eine Tochter der ProSiebenSat.1 Group, eine zweite Staffel der Show von "Schlag den Raab" an den britischen Sender iTV. Die zehn neuen Folgen laufen dort ab Frühjahr 2009.
Beta Film baute in diesem Jahr den internationalen Serienkatalog aus – bislang hatte Beta vor allem Filme und deutsche Serien im Katalog. "Wir sind heute in der Lage, Serien mit zu produzieren und gleichzeitig den Vertrieb zu sichern", sagt Geschäftsführer Jan Mojto. Im Gepäck hat der Rechtehändler unter anderem die nordamerikanischen Produktionen "The Wild Roses" und "Robson Arms". Zudem verkaufte Beta die Krimiserie Kommissar Rex bereits an den französischen Sender France 2.
Auch Bavaria-Manager Kreuter sieht eine Tendenz, dass deutsche Lizenzhändler mehr und mehr internationale Serien im Portfolio besitzen. Somit stellen die Unternehmen sicher, mehrere Standbeine zu haben. Für die skandinavische Miniserie "I hunt Men" gebe es bereits mehrere Interessenten, erklärt Kreuter. Die Telenovela "Sturm der Liebe" ist ebenfalls mittlerweile in 21 Länder verkauft worden. Auf der Mipcom kamen fünf Länder hinzu, die alle 870 Episoden zeigen: Slowakei, Lettland, Litauen, Estnien und Mediaset/Retel 4 in Italien.