Das gleiche gilt für die Kunden. Economia-Etats sollen zu BBDO Düsseldorf oder Interone übergehen. Das Gros der Etats dürften aber die ehemaligen Economia-Chefs Peter Brawand (COO) und Thorsten Rieken (CCO) mitnehmen. Sie wollen sich selbstständig machen, wie zu hören ist. Jochen Leisewitz, Geschäftsführer Kreation von Economie, will sich ihnen offenbar anschließen. Economia betreut Etats von Hilcona, Schwartau, AIDA oder Fressnapf. Die Kunden sind informiert, die Verhandlungen laufen.

Der Grund für die Schließung von Economia liegt nicht ganz auf der Hand. Noch nie sei die Agentur so erfolgreich gewesen wie unter Peter Brawand und Thorsten Rieken, heißt es aus Branchenkreisen. In der Tat konnten sie beiden Geschäftsführer zuletzt einige Etats gewinnen und sich verstärkt als Agentur mit Foodkompetenz positionieren. Zu hören ist allerdings auch, dass Economia Hildmann schon seit dem Weggang von Klaus Utermöhle Zeit ein Dorn im Auge war. Vier Jahre hätte sich die Entscheidung hingezogen, die Hamburger Agentur zu schließen.

Vielleicht ist es so zu erklären, dass Hildmann den beiden Economia-Chefs - kaum hatte BBDO die Mehrheit an der Agentur übernommen - keinerlei Entwicklungsperspektive aufgezeigt hat. Brawand und Rieken hätten vergeblich auf ein Angebot aus Düsseldorf gewartet, wissen Insider. Das aber kam nie.

Viele verschiedene Häuptlinge

Mit der tiefgreifenden Umstrukturierung soll BBDO künftig führbarer und gleichzeitig effizienter werden. Die Struktur wird zentralistischer. „Es gab so viele Häuptlinge in der BBDO-Welt, da mussten irgendwann einfach ein paar aussortiert werden“, heißt es von einem Beobachter. Fraglich ist, ob es den kreativen Chefs Jan Leube (BBDO Berlin), Toygar Bazarkaya (BBDO Düsseldorf/Stuttgart sowie Lüders/BBDO) und Detlef Rump (Proximity) gefallen wird, wenn sie künftig den Jung von Matt-Mann Wolfgang Schneider über sich haben. Der Mann könnte es schwer haben.

Zumindest von Leube ist bekannt, dass er zuletzt immer wieder auf den Listen von Headhuntern stand und einem Wechsel offenbar nicht ganz abgeneigt gegenüber steht. Ob es ihn aber, wie zuletzt spekuliert, wirklich zu McCann Erickson zieht, scheint noch nicht entschieden zu sein.

Anton Hildmann im W&V-Interview.


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Autor: W&V Redaktion

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