JWT stärkt sich mit Knorr und Mazda
Die WPP-Tochter JWT, Frankfurt, ist neuer Kreativ-Hub für Europa bei der Unilever-Marke Knorr (Knorr Vie, Knorr Fix). Als Leadagentur entwickeln die Hessen inzwischen die Kreation für 14 europäische Länder – "auch für Marken, die es in Deutschland nicht gibt", sagte COO und "Möglichmacher" Till Wagner.
Die WPP-Tochter JWT, Frankfurt, ist neuer Kreativ-Hub für Europa bei der Unilever-Marke Knorr (Knorr Vie, Knorr Fix). Als Leadagentur entwickeln die Hessen inzwischen die Kreation für 14 europäische Länder – "auch für Marken, die es in Deutschland nicht gibt", sagte COO und "Möglichmacher" Till Wagner am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Die Entscheidung des Großkunden Unilever fiel nach internen Pitches. Auch bei Kraft (Jacobs Kaffee) konnte JWT Frankfurt Boden gutmachen und betreut nun die Frischkäse-Marke Philadelphia federführend in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sowie seit 1. Januar auch in Ungarn. Vorher lagen die Kreativ-Aufgaben bei JWT in London. Bei Mazda, so Wagner weiter, ist JWT Deutschland (Niederlassung Düsseldorf) Leadagentur für 34 Länder. Auch diese Stellung wurde ausgebaut: Zum 1. April kommen Polen und die Türkei neu hinzu. "JWT ist Exportweltmeister", betonte Wagner. Es sei für die Agentur eine "echte Chance, innerhalb des Networks Aufgaben an uns zu ziehen".
Zugleich wollte er mit dem Vorurteil aufräumen, JWT würde nur Kampagnen adaptieren. Selbst bei internationalen Großkunden wie Smarties oder Vodafone entstünden lokale Kampagnen in Frankfurt. In den vergangenen vier Jahren seien lediglich zwei Spots für Vodafone aus dem Ausland adaptiert worden. Aktuell konnte die Tochteragentur JWT Engage den PoS-Etat von Vodafone Deutschland hinzugewinnen.
Trotzdem können Wagner und sein Kreativpartner, "Anstifter" Mike Ries, mit der Bilanz 2007 nicht zufrieden sein. Die Schließung der Niederlassung in Hamburg mit zuletzt 32 Mitarbeitern hat Kapazitäten gebunden und auf das Ergebnis gedrückt. "2007 war kein gutes Jahr", räumte Wagner ein. Konkrete Zahlen blieb er mit Verweis auf den Sarbanes-Oxley-Act schuldig. Die Etats der Kraft-Marke Miracel Whip sowie CMC Markets wurden verloren. "Das passiert. Vielleicht waren wir nicht so achtsam." Den Abgängen stehen Gewinne von Hein-Gericke und Projektaufgaben von Eckes-Granini Hohes C Naturell gegenüber, international Nokia und Corona. Auch für eine Platzierung im W&V-Kreativranking hat es nicht mehr gereicht, "das hat uns gewurmt", so Ries. Als Grund nennt auch er die Reintegration des Hamburger Offices, die Kräfte gekostet hat.
Lediglich vier Mitarbeiter wechselten letztlich nach Frankfurt. "Es ging nicht darum, Kosten zu sparen, sondern das Geschäft zu konzentrieren", betonte Wagner erneut. Bei Knorr sei dies gelungen. 29 Mitarbeiter wurden in Frankfurt neu eingestellt, zehn Stellen seien noch offen.
Laut Wagner beschäftigt die Kernmarke JWT (ohne Tochterfirmen wie JWT Engage, DSB&K oder Prism) rund 170 Mitarbeiter. Diese Zahl sei seit Antritt des Führungsduos Wagner und Ries im Oktober 2003 konstant geblieben.
Für 2008 haben sich Frankfurter wieder einmal den Ausbau des nationalen Geschäfts auf die Fahnen geschrieben. "Wir gewinnen noch zu selten", räumte der COO ein.