Sparplan bis 2020:
Jeder Neunte muss gehen: Beim WDR fallen 500 Stellen weg
Bis 2020 werden beim WDR 500 Stellen abgebaut - noch arbeiten in Köln rund 4500 Mitarbeiter. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag reichen laut Intendant Tom Buhrow nicht mehr aus.
Intendant Tom Buhrow hat die Sparpläne für den WDR konkretisiert und lässt verkünden: "Der WDR wird in den kommenden Jahren 500 Planstellen abbauen." Es gilt nach Senderangaben, ab 2016 pro Jahr durchschnittlich 100 Millionen Euro einzusparen. Buhrow hat das beachtliche Team der Kölner ARD-Anstalt – mit derzeit noch rund 4500 Mitarbeitern die größte im Senderverbund – über den geplanten Stellenabbau informiert. Bis 2020 wird der WDR die genannten 500 Stellen nicht nachbesetzen, die zum Beispiel durch Verrentungen frei werden. Die meisten Stellen baue der Sender in der Verwaltung und in der Produktion ab, heißt es in einer Mitteilung aus Köln. Außerdem werde der WDR seine "Aufgaben reduzieren, Sachkosten senken und die Effizienz steigern". Buhrow betont: "Für die Menschen ist unser Programm das Wichtigste. Deshalb streichen wir dort so wenig wie möglich. Aber wir werden nicht mehr alles tun können, was wir heute tun. Ich sehe auch die Chance, dass wir uns neu und zukunftsfähig aufstellen." Alles in allem fällt jede neunte Stelle beim WDR weg.
Zur Begründung heißt es: "Steigende Ausgaben zum Beispiel durch Tariferhöhungen oder steigende Produktionskosten können durch den Rundfunkbeitrag, der zudem ab 2015 noch sinkt, nicht mehr aufgefangen werden", so die Rechnung der Kölner. Und: "Ohne die Personalkosten deutlich zu reduzieren, sind die dringend notwendigen Einsparungen nicht zu leisten." Zu dem Ergebnis komme die Geschäftsleitung des Senders am Ende sorgfältiger Prüfungen. Buhrow hatte harte Einschnitte bereits vor einigen Wochen angekündigt und rechtfertigt den Schritt nun so: "Der Stellenabbau ist eine schmerzhafte, aber zwingende Entscheidung. Nur so bleiben wir aus eigener Kraft handlungsfähig und können den WDR steuern. Deshalb handeln wir jetzt. Um den Personalabbau zu beschleunigen, haben wir schon mit den Gewerkschaften Modelle für Altersteilzeit und Vorruhestand verabredet." Auch die Gremien wissen Bescheid. Ruth Hieronymi, Vorsitzende des Rundfunkrats, sichert dem Intendanten ihre Unterstützung zu.
Die Größe des WDR ist beachtlich; die öffentlich-rechtliche NRW-Senderanstalt ist die zweitgrößte nach der BBC in London. Knapp 4500 Mitarbeiter sind fest angestellt, hinzu kommen pro Jahr mehr als 15.000 freie Mitarbeiter, wie sich aus ARD-Jahrbüchern sowie Sender- und Gewerkschaftsangaben erlesen lässt. Neben der Kölner Zentrale gibt es in Nordrhein-Westfalen elf Regionalstudios, die Angebote in Hörfunk, Fernsehen und Internet bestücken. Laut Budgetplan standen dem WDR 2013 insgesamt 1,38 Milliarden Euro zur Verfügung, der größte Teil - 1,125 Milliarden Euro - stammte aus den Rundfunkbeiträgen. 485 Millionen Euro waren für das Hörfunk- und Fernsehprogramm gedacht, fürs Personal waren 2013 knapp 425 Millionen Euro eingeplant.