Klavierbauer Schimmel ist insolvent
Das Traditionsunternehmen Schimmel leidet unter der Wirtschaftskrise.
Und wieder hat es ein Traditionsunternehmen erwischt: Der Braunschweiger Klavier- und Flügelbauer Schimmel musste Insolvenz anmelden. Ziel sei es nun, das Unternehmen und die 144 Arbeitsplätze zu retten, so Geschäftsführer Hannes Schimmel-Vogel. Die Wirtschaftskrise habe zu einem Auftragseinbruch von 40 Prozent geführt; zwei Drittel des fürs Unternehmen wesentlichen USA-Geschäfts seien weggebrochen. "Für August haben wir aber eine ganz ordentliche Auftragslage", betonte Schimmel-Vogel.
Schimmel ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Klavierbauer und erzielte 2008 einen Umsatz von 23,8 Millionen Euro. Die Firma wurde 1885 in Leipzig gegründet und 1929 nach Braunschweig verlegt. Angestrebt wird in der derzeitigen Situation eine sogenannte "Planinsolvenz". Dabei bleibt das bisherige Management vollständig oder weitgehend im Amt. Unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht bestimmten Sachwalters und geschützt vor dem unmittelbaren Zugriff seiner Gläubiger, kann das Unternehmen sein operatives Geschäft zunächst nahezu unverändert fortsetzen. Der Standort Leipzig, wo zuletzt 15 Beschäftigte Möbel hergestellt haben, soll jedoch geschlossen werden.