Lenovo will Marke Medion erhalten
Der chinesische PC-Hersteller Lenovo will den Elektronikproduzenten Medion kaufen, der vor allem für Aldi Computer baut. Die Marke soll erhalten bleiben.
Der deutsche Elektronikspezialist Medion, bekannt vor allem für die Aldi-Computer, hat vermutlich bald eine chinesische Konzernmutter. Lenovo, weltweit der viertgrößte PC-Hersteller, will Medion für rund 629 Millionen Euro kaufen. Eine entsprechende Offerte ging am Mittwoch an die Aktionäre. Die Chinesen peilen einen Anteil von mindestens 51 Prozent des Grundkapitals an, heißt es in Berichten des "Handelsblatt".
Medion-Mehrheitsaktionär, Unternehmensgründer und Vorstandschef Gerd Brachmann unterstützt das Übernahmeangebot, ein Kaufvertrag sei bereits geschlossen worden. Das Bundeskartellamt muss dem Deal jedoch noch zustimmen.
Nach der Übernahme soll das deutsche Unternehmen komplett selbständig agieren und die Marke Medion erhalten bleiben, sagte ein Lenovo-Sprecher gegenüber der dpa. Mit dem Kauf will Lenovo seinen Marktanteil von derzeit rund sieben Prozent in Westeuropa steigern. 2005 haben die Chinesen bereits die PC-Sparte des US-Konzerns IBM erworben, weitere Übernahmen seien geplant.
Medion, mit Hauptsitz in Essen, wurde 1983 gegründet, ein Jahr vor Lenovo. 1998 ging das Unternehmen an die Börse. Der Discounter Aldi ist nach wie vor einer der wichtigsten Kunden von Medion. Die große Abhängigkeit führte aber auch zu einer schweren Krise, von der sich das Unternehmen nur langsam erholt. 2010 setzte Medion 1,64 Milliarden Euro um, 2003 waren es noch knapp drei Milliarden Euro.