Der Pick-up, den Daimler unter der Marke Mercedes-Benz auf den Markt bringt, soll kleiner werden als die amerikanischen Vorbilder wie der F-150 von Ford oder der Silverado von General Motors. In der Tat ist der Markt von Ford, General Motors und Chrysler besetzt. Deshalb wird Daimler im amerikanischen Markt nicht aktiv, sondern konzentriert sich auf Lateinamerika, Australien, Südafrika und Europa. Der eine Tonne schwere Pick-up von Daimler nutzt die Architektur des Nissan NP 300, ein Modell des langjährigen Kooperationspartners, wird aber von den Deutschen konstruiert und konzipiert. Das Renault-Werk im argentinischen Cordoba und das Nissan-Werk in Barcelona bauen den Neuen zusammen. Dort entstehen auch der NP 300 von Nissan und ein weiterer Ein-Tonnen-Pick-up von Renault.

Hierzulande könnte Daimlers Pick-up den Markt noch einmal deutlich beleben. Die Fahrzeuge kommen weltweit schon seit Jahren gut an - für die Hersteller sind Pick-ups mit einem Verkaufspreis von rund 30 000 Euro pro Fahrzeug ein einträgliches Geschäft. In Deutschland wuchs der Markt aber bislang nur langsam; einen ersten wichtigen Impuls hat 2011 Volkswagen mit dem Amarok gegeben. Verglichen mit SUVs, die von Jahr zu Jahr zweistellige Zuwachsraten verzeichnen, blieben die Pick-up-Verkäufe hierzulande im Wesentlichen konstant zwischen 12 000 und 13 000 Einheiten pro Jahr. Wie die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes von 2014 zeigt, ist die Branche aber schon im vergangenen Jahr um 13 Prozent gewachsen. 2014 stiegen die Neuzulassungen auf 14 340 Fahrzeuge; im Jahr davor waren es noch 12 717. Experten rechnen deshalb damit, dass 2016 das Jahr der Pick-ups wird. Daimler hat die Zeichen des Marktes also frühzeitig erkannt und handelt jetzt - schnell und diskret. Lukas Lindemann Rosinski profitiert davon. 


Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

Er kam über Umwege zur W&V. Als Allrounder sollte er nach seinem Volontoriat bei Media & Marketing einst beim Kontakter als Reporter einfach nur aushelfen, blieb dann aber und machte seinen Weg im Verlag. Conrad interessiert sich für alles, was Werber- und Marketer:innen unter den Nägeln brennt. Seine Schwerpunktthemen sind UX, Kreation, Agenturstrategie. Privat engagiert er sich für LGBTQI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.