Schleichwerbung: ARD trennt sich von Bankhofer
Die Verdachtsmomente gegen Hademar Bankhofer verdichten sich, der WDR zieht die Notbremse und trennt sich von dem Gesundheitsexperten.
Die ARD trennt sich von ihrem Gesundheitsexperten Hademar Bankhofer. Das meldet der zuständige WDR. Der Kölner Sender produziert das "ARD-Morgenmagazin", in dem Bankhofer wöchentlich Tipps zur richtigen Ernährung gab.
Zur Begründung heißt es aus Köln: "Grund dafür ist der Anschein auf Schleichwerbung u.a. für Produkte aus dem Gesundheitsbereich. Zudem hat Prof. Bankhofer gegenüber dem WDR unterschiedliche Aussagen zu dem Sachverhalt gegeben."
Noch am Mittwoch hatte der TV-Professor nach WDR-Angaben versichert, keine Gelder von Pharmafirmen anzunehmen. Auch Nachfrage des WDR bestätigte er aber am Donnerstag, mit der Firma MCM Klosterfrau einen Beratervertrag abgeschlossen zu haben. "Damit kann aus Sicht des WDR der Anschein von Schleichwerbung nicht ausgeschlossen werden.
Nachdem vorgestern erste Hinweise auf Auffälligkeiten eingegangen waren, hat die Redaktionsleitung des ARD Morgenmagazins die Zusammenarbeit mit Hademar Bankhofer nach den heutigen Gesprächen beendet", so die ARD-Anstalt. Der Sachverhalt werde noch im einzelnen aufgeklärt. Dem WDR sei der Beratervertrag nicht bekannt gewesen, versichern die Kölner. Und: "An den Sender sind auch keinerlei Gelder geflossen."
Dem 67-jährigen Österreicher wurde ein anonym ins Internet gestellte Video zum Verhängnis, das auf der Video-Plattform Youtube eingestellt wurde und seit Mittwoch in Weblogs kursiert. Die Macher erheben darin Schleichwerbe-Vorwürfe gegen Bankhofer. Dieser soll unter anderem im "ARD-Morgenmagazin" indirekt für das Produkt "Klosterfrau Melissengeist" geworben haben.
Die ARD dürfte in Sachen Schleichwerbung äußerst sensibilisiert sein. 2005 waren im großen Stil verbotene Produktplatzierung in Bavaria-Produktionen aufgetaucht. Eine Welle von Protesten und Säuberungsversuche folgten.