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Shitstorm :
Shitstorm in Tschechien: Lidl kontert Angriffe wegen farbigem Model

Wegen einer Werbekampagne mit einem schwarzen Model sieht sich die deutsche Supermarkt-Kette Lidl in Tschechien rassistischen Parolen ausgesetzt. Auf der Facebook-Seite erhält der Discounter aber auch Unterstützung.

Text: W&V Redaktion

6. Januar 2017

Das Motiv, das für Aufregung in Tschechien sorgt.
Das Motiv, das für Aufregung in Tschechien sorgt.

Foto: Lidl

Eine Werbekampagne mit einem schwarzen Model brachte der deutschen Supermarkt-Kette Lidl in Tschechien zahlreiche rassistische Pöbeleien ein. Bis Freitagnachmittag erschienen auf der Facebook-Seite des Discounters Dutzende hasserfüllte Kommentare von Internet-Usern. Unter anderem war die Rede von einer "Ausrottung der weißen Rasse" durch Multikulturalismus.

Stein des Anstoßes ist dieser Werbeprospekt mit Textilangeboten, die man sich auch online auf der Website anschauen kann - ähnlich wie das auch deutsche Discounter handhaben.

Lidl Tschechien wies die Kommentare mit dem Hinweis zurück: "Wir leben im Europa des 21. Jahrhunderts, in dem Menschen verschiedener Ethnien zusammenleben." Den empörten Kunden gab das Unternehmen noch einen Rat: "Je mehr man von der Welt sieht, desto mehr Toleranz entwickelt man gegenüber anderen - darum stammen unsere Models aus allen Enden der Welt."

Einige Nutzer begrüßten die Reaktion. So fabrizierte einer der Kommentatoren diese Fotomontage "für die braunen Kunden": 

Der Ausländeranteil liegt in Tschechien nur bei rund 4,5 Prozent. Während der Flüchtlingskrise schottete sich das Land weitgehend gegen Schutzsuchende ab. Fremdenfeindliche Gruppierungen wie der "Block gegen den Islam" bekamen in den letzten Monaten verstärkt Zulauf.

In Deutschland besteht allerdings kein Grund zur Arroganz: Auch hier gerieten schon Unternehmen unter Beschuss, die für ein "buntes" Deutschland antreten. So rieben sich etwa die AFD und ihre Sympathisanten an den Kinderschokolade-Tafeln von Ferrero mit den Jugendbildern der deutschen Nationalelf. 

am/mit dpa


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