Krisen-PR:
Vertrauensaufbau: Burger King lädt in die Küchen
Burger King ist immer noch mit der Aufarbeitung des Hygiene-Skandals beschäftigt. Jetzt veranstaltet die Fastfood-Marke einen "Tag der offenen Küche".
Ende April geriet Burger King nach einem RTL-Bericht wochenlang in den Negativ-Schlagzeilen: Die Reporter hatten die Hygienezustände und die Arbeitsbedingungen in mehreren Filialen eines Franchisenehmers angeprangert. Auch heute noch - Ende Juli - ist das Unternehmen mit der Aufarbeitung dieses Skandals beschäftigt: Als Teil eines ganzen Krisen-PR-Pakets öffnet der Burgerbrater nun seine Filialen für neugierige Blicke von misstrauischen Kunden. Vom 15. bis 17. August machen rund 250 Restaurants bei der Aktion "Tag der offenen Küche" mit.
Der Aufruf an die Kunden doch vorbeizukommen läuft über alle Kanäle: Am 29. schaltet Burger King einen 25-Sekünder im Fernsehen - das Medium, das Deutschland-Chef Andreas Bork für eine öffentliche Entschuldigung gewählt hatte. Zudem informiert das Unternehmen mit Hilfe der Facebook-Fanpage über die öffentliche Zurschaustellung der Küchen. Auf der Unternehmenswebsite müssen sich Neugierige anmelden, dort steht auch eine längere Variante des TV-Spots bereit.
Burger King spricht von einem Wunsch "der Gäste und der Mitarbeiter". Bereits zwei Wochen nach der Ausstrahlung der RTL-Reportage hatten sich einige Franchisenehmer in "Bild"-Anzeigen bemüht, den herben Imageverlust der Marke aufzuhalten. Als eine Maßnahme zum Wiederaufbau des Vertrauens hat der Systemgastronom zuletzt einen Gästebeirat eingerichtet, der sich bereits einmal getroffen hat.
Die Krisenstrategie von Burger King ist nicht unumstritten: Zum einen gibt sich das Unternehmen sehr offen, traute sich sogar eine Entschuldigung via TV. Allerdings favorisieren viele PRler einen anderen Ansatz: Der Deutschland-Chef hätte ab einem bestimmten Zeitpunkt eher schweigen sollen, als so aktiv zu kommunizieren - und den Skandal wieder in das Bewusstsein der Verbraucher zu bringen.