Schwerwiegende Fehler im Apple-Shop

Auch dass Apple gegebenenfalls die IP-Adresse des Kunden zusammen mit dessen Bestelldaten speichert, über das Webanalyse-Tools Omniture Analytics Daten erhebt oder Bonitätsprüfungen durchführt, ist ohne die ausdrückliche Einwilligung nicht ohne Weiteres gesetzeskonform. Die Umsetzung der Verbraucherrechtlinie mit gesetzlicher Musterwiderrufsbelehrung ist am Apple-Shop bislang ebenfalls ergebnislos vorbeigezogen.

Im aktuellen Widerrufsrecht fanden die Trusted-Shops-Prüfer schwerwiegende Fehler - angefangen von der Bezeichnung "Rückgaberecht"  bis hin zu unzulässigen Einschränkungen von Retouren. So nimmt Apple beispielsweise Produkte nur in Originalverpackung mit Originalquittung zurück. Dies stellt allerdings keine zwingende Voraussetzung zur wirksamen Ausübung des Widerrufsrechts dar. Auch dass die Apple Watch der Edition Kollektion nur zurückgegeben werden kann, wenn sie von einer Außenstelle von Apple geprüft und für unbeschädigt befunden wurde, ist rechtlich nicht zulässig.

Auf den Produktdetailseiten monierten die Trusted-Shops-Tester, dass Apple auf den vorgeschriebenen Hinweis "inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten" direkt bei jeder Preisangabe verzichtet. Auch konkrete Lieferfristen suchten die Tester vergeblich. Außerdem fehlt der Hinweis auf zusätzlich anfallende Versandkosten mit der Versandkostenaufstellung. Fazit: Von allen Kriterien, die Trusted Shops bei der Vergabe seines Gütesiegels berücksichtigt, hat Apple nur 20 Prozent erfüllt.

Samsung patzt beim "Kaufen"-Button

Zweitschlechtester Shop im Test wurde Samsung. Hier werden nur 40 Prozent der Kriterien für ein Trusted-Shops-Gütesiegel erfüllt. Auch bei dem Hersteller fanden die Tester Mängel in der Datenschutzerklärung, fehlende Hinweise auf Abmeldemöglichkeiten von E-Mail-Werbung, keine Informationen über den Einsatz von Webanalyse-Tools, Fehler im Widerrufsrecht sowie fehlende Hinweise auf Mehrwertsteuer, Versandkosten und korrekte Lieferfristen. Nettester Fehler im Test: Der Bestellbutton im Samsung-Webshop ist unzulässig bezeichnet. Statt "Jetzt bezahlen" müsste Samsung Formulierungen wie "Kostenpflichtig bestellen" oder "Kaufen" verwenden.

Der Online-Lifestyle-Shop von Volkswagen ist auf dem Weg zum Trusted-Shops-Gütesiegel schon eine Etappe weiter. Hier muss nur noch bei 40 Prozent der Kriterien nachgebessert werden. Den größten Handlungsbedarf sahen die Tester im Bereich Lieferung und Zahlung. Auch im VW-Shop fehlten beispielsweise Hinweise auf konkrete Lieferfristen oder Links mit Informationen zu Liefergebiet des Shops.

Am besten im Test schnitten Hugo Boss und Adidas ab. Beide erfüllen 80 Prozent der Testkriterien. Kleinere Mängel finden sich auch bei den beiden Versendern in den Punkten Datenschutz, Widerruf und Lieferung und Zahlung.


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Autor: W&V Redaktion

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