Streaming: Der wachsende strategische Partner

Streaming-Dienste gewinnen im Handel an Bedeutung und verbinden eine breite gesellschaftliche Nutzung mit einer hohen Nutzungsfrequenz. Etwa 49,1 Prozent der Bevölkerung nutzen Streaming-Angebote mindestens wöchentlich. Ähnlich wie TV wird Streaming vorrangig zur Erzeugung von Aufmerksamkeit genutzt. Für die Gruppe der Smart Shopper erzielt es mit 64,9 Prozent einen Spitzenwert in der Awareness-Phase. Es zeigt sich jedoch auch hier, dass die Bedeutung in den Phasen der aktiven Informationssuche leicht zurückgeht.

Jüngere Zielgruppen (Gen Z und Gen Y) sowie einkommensstarke Haushalte weisen die höchsten Anteile an regelmäßigen Nutzern auf. Bei ihnen ist Streaming fest im Medienalltag verankert, während es bei Schnäppchenjägern (18,8 % Relevanz in der Orientierungsphase) kaum eine Rolle spielt.

Der Weg ist das Ziel

Kanalrelevanz ist also keine universelle Größe, sondern variiert signifikant nach Audience, Kaufmotiv und Phase der Customer Journey. Für eine effektive Strategie müssen Reichweiten-Kanäle wie TV und Streaming gezielt mit orientierungsstarken Formaten wie digitalen Prospekten oder YouTube kombiniert werden. Die Wirkung entsteht nicht am einzelnen Kontaktpunkt, sondern entlang von „Kanalrouten“ - also Pfaden, auf denen Kunden Informationen aufnehmen, ergänzen und schließlich ihre Kaufentscheidung absichern.


Autor: Julia Gundelach

Julia Gundelach ist freie Autorin mit Schwerpunkt Specials. Daher schreibt sie Woche für Woche über neue spannende Marketing- und Medien-Themen. Dem Verlag W&V ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002, später als Redakteurin der W&V.