Semmelrogge hatte in der Vergangenheit mehrfach Ärger mit der Justiz. Die Hoffnung, dass er verspätet noch einziehen kann, schwindet mit jedem Tag.

Seinen Platz nahm darum erstmal Djamila Rowe ein, die eine gewisse Bekanntheit erlangte, weil sie vor rund 20 Jahren eine Affäre mit einem Botschafter erfand und in deren Gesicht sich ihren Angaben zufolge nichtmal dann etwas bewegt, wenn sie - Dschungelprüfung Nummer eins - am Fallschirm aus dem Flugzeug springt: «Botox. Da bewegt sich nichts mehr.»

Insgesamt zwölf mehr oder weniger bekannte Kandidaten sind eingezogen in das Camp, darunter auch Lucas Cordalis, der sich als Spross einer royalen Dschungeldynastie sieht, weil sein 2019 gestorbener Vater Costa Cordalis 2004 der erste Dschungelkönig war und seine Schwägerin, Daniela Katzenbergers Schwester Jenny Frankhauser, 2018 Königin des Dschungels wurde.

Erstmals seit 2020 wird die Show wieder in Australien gedreht. 2021 fiel das Dschungelcamp der Corona-Pandemie zum Opfer; es gab nur eine in Köln gefilmte Ersatz-Variante. 2022 wurde «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» in Südafrika gedreht.

So lief der Quoten-Start

An die goldenen Quoten-Zeiten vor Corona kann das Camp dennoch nicht anknüpfen: 4,26 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer schalteten am Freitagabend ein. In der Spitze waren es bis zu bis zu 5,17 Millionen Zuschauer:innen (ab 3 J.). Das brachte RTL zwar mit einem Marktanteil von 21,2 Prozent auf Platz eins, im vergangenen Jahr waren es zum Start aber noch 4,6 Millionen und 2020 sogar noch um die 6 Millionen. Bei den 14- bis 59-Jährigen (2,82 Mio.) erzielte die Live-Show, 29,9 Prozent Marktanteil. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte IBES mit 37,3 Prozent Marktanteil Top-Werte.

Am Samstagabend sammelte die Dschungelshow dann 3,96 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ein (Marktanteil 19,6 Prozent). In der jüngeren Zielgruppe (14-49 Jahre) waren es 1,70 Millionen und ein Marktanteil von 32,9 Prozent.

Auch Tag 3 von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" sammelte ordentlich Quote. 3,31 Millionen Zuschauer:innen ab 3 Jahre (MA: 18,8 Prozent) das Dschungelcamp nicht entgehen. Um 22:15 Uhr erreichte die dritte Show 26,0 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 59-Jährigen und war mit 30,3 Prozent Marktanteil auch in der Zielgruppe 14-49 stark.

Ansonsten ist 2023 aber alles wieder so, wie man es gewohnt ist vom australischen RTL-Dschungel. Es gibt Ekelhaftes wie Krokodilaugen, Schweinepenis oder Bullenhoden zu essen, es wird gewürgt und sich übergeben und darüber diskutiert, ob es fair ist, wenn Veganer wie die als diesjährige Campzicke inszenierte Tessa («Mein Körper ist kein Grab») sich weigern, da mitzumachen. Dass sie es ist, die vom Publikum gleich zweimal hintereinander in die Prüfung gewählt wird (und bei der ersten nur drei von zwölf Sternen holt), folgt ebenfalls einer verlässlichen Dschungel-Logik.

Überraschend ist, wie schnell die Herausforderungen des australischen Regenwaldes und der Essensentzug den Kandidaten schon wenige Stunden nach Einzug ins Camp zu schaffen macht. Ein Lagerkoller macht sich breit, wie er sonst erst zu Beginn von Woche zwei einsetzt: Mägen knurren, Nerven liegen jetzt schon blank.

Dabei soll das Finale erst am 29. Januar steigen. Dann soll feststehen, wer Dschungelkönig oder Dschungelkönigin 2023 wird und - zusätzlich zur unterschiedlich hohen Gage - noch 100.000 Euro einstreichen kann.

Kleiner Dschungel-Eklat: Tessa verweigert Interview

Kandidatin Tessa Bergmeier hat in der am Sonntagabend ausgestrahlten Folge ein Interview nach ihrer Dschungelprüfung verweigert. Sie wolle nichts sagen, mit dem sie dann wieder ungünstig dargestellt werde, sagte sie - und ließ das Kamerateam stehen, das sie daraufhin durch den Dschungel verfolgte.

Vorher hatten das Model und Mitcamper Cosimo Citiolo sich bei einem Kreuzworträtsel mit allerhand Ekelhaftem übergießen lassen müssen - und trotzdem nur zwei von zwölf Sternen und damit entsprechend wenig Essen für die Gruppe erspielt. «Heute sehe ich aus wie ein ausgeschissener Zombie», sagte Cosimo nach der Dschungelprüfung.

Zuvor hatte Tessa beim nächtlichen Lagerfeuer von ihrer bipolaren Erkrankung erzählt. Zeitweise habe sie sich für eine Fee gehalten oder für eine Weihnachtsfrau. Heute sei sie aber «gut eingestellt» nach jahrelanger Therapie. Sie wandte sich an alle Zuschauer, «die mit psychischen Problemen struggeln», und versuchte ihnen Mut zu machen: «Ihr schafft das.»

Auch wenn beim sonntäglichen Streit ausnahmsweise nicht Tessa, sondern Schauspielerin Jana Pallaske und Verena Kerth (Thema: Müssen die Vegetarier im Camp ihr Essen teilen?) im Mittelpunkt standen, wurde das Model ein drittes Mal von den Zuschauern in die Dschungelprüfung gewählt. Die muss sie am Montag gemeinsam mit Gigi Birofio absolvieren.

Kandidat Gigi Birofio fasst die Anforderungen an die Teilnehmer beinahe englisch-anmutend und wie als Antwort auf die legendäre Frage der früheren Dschungel-Teilnehmerin Sarah Knappik («What happens, when we break?») zusammen: «You're losing when you're kotzing.» Damit bringt er das seit Jahren womöglich wichtigste Dschungel-Motto auf den Punkt: Wer kotzt, verliert.

Britta Schultejans, dpa