Decentralands Kreativchef Sam Hamilton widersprach den Zahlen von Dappradar auf Nachfrage des Portals "Coindesk" zwar. Diese würden sich lediglich auf diejenigen Nutzer:innen beziehen, die mit dem System selbst interagieren. User, die miteinander in Kontakt treten würden, gäbe es durchschnittlich etwa 8.000 am Tag. Auch dies steht jedoch in keinem Verhältnis zur Bewertung der Plattform und den großen Zielen, die Zuckerberg sich mit seinem Metaverse gesetzt hat. Auf Twitter hatte Decentraland bestätigt, dass im gesamten September 1.074 Nutzer:innen mit den "smarten Verträgen" interagiert hätten.

Nicht einmal Meta-Angestellte wollen das Metaverse nutzen

Zwar gab der Meta-CEO auf dem vergangenen Hauptversammlung vor Aktionären an, dass das Metaverse in den kommenden Jahren rote Zahlen schreiben würde, doch um sein virtuelles Imperium aufzubauen, braucht es vor allem interaktives Interesse daran.

Und das haben offenbar nicht einmal die Meta-Angestellten selbst. Wie "The Verge" berichtet, hatte Vishal Shah, Vizepräsident des Metaverse bei Meta, am 15. September eine Mitteilung an das VR-Team geschrieben, in dem von vielen technischen Fehlern auf der virtuellen Plattform Horizon die Rede war, die ausgemerzt werden müssten. Zudem beklagte er, dass die Angestellten zu wenig Zeit auf der Plattform verbringen würden. "Warum lieben wir das Produkt, das wir gebaut haben, nicht so sehr, dass wir es die ganze Zeit über nutzen? Die einfache Wahrheit ist, wenn wir es nicht lieben, wie können wir das von unseren Usern erwarten?" 

Zwei Wochen später fand er in einer weiteren internen Mitteilung deutlichere Worte. Mitarbeiter sollten die Plattform als Arbeitsanweisung mindestens einmal pro Woche benutzen. "Jeder im Unternehmen sollte es sich zur Aufgabe machen, sich in Horizon Worlds zu verlieben. Das kann man nicht schaffen, wenn man es nicht nutzt. Geht da rein."

Die anhaltenden technischen Probleme sind einer Expertin zufolge einer der Gründe, warum das Metaverse nicht ins Rollen kommt. Sasha Fleyshman von der Digital-Asset-Investmentfirma Arca sagte "Coindesk": "Jeder, der behauptet, dass es heute ein funktionierendes Metaverse gibt, lügt, dass sich die Balken biegen." 


Autor: Jennifer Caprarella

Jennifer Caprarella begann ihre Karriere in einer Entertainment-Nachrichtenagentur, wo sie direkt nach dem Praktikum die Leitung eines der TV-Ressorts übernahm, und entdeckte als freiberufliche Redakteurin schließlich ihre Affinität für Digital-, Social-Media- und Tech-Themen. Wenn sie nicht von ihrer Heimatstadt München aus in die Tasten haut, treibt sie sich in Londons Theaterhäusern rum oder geht mit Hündin Luna auf Fährtensuche.