„Au weia. Ich wurde gerade entlassen, zusammen mit vielen anderen. Wenn mein CEO so etwas gepostet hätte, würde ich wohl verrückt werden“, heißt es in einem Kommentar auf LinkedIn. „Vielleicht hätten Sie in Ihrem Post über die Menschen schreiben sollen, auf sie sich Ihre Entscheidungen ausgewirkt haben, anstatt über sich selbst“, schreibt ein anderer User.

Neben dem Ärger mangelte es auch nicht an Spott über den „crying CEO“ (weinender CEO), wie er getauft wurde. Nutzer machten sich über die Tatsache lustig, dass Wallake vor Kurzem die Patenschaft für einen Seeotter übernommen hatteund posteten Parodien und eigene Selfies, auf denen sie sich weinend stellen.

Entlassener verteidigt seinen ehemaligen Chef

Doch es gab auch Zuspruch für Wallake, der sich nach Meinung anderer LinkedIn-Nutzer offen und menschlich zeigte. „Danke, dass Sie meinen Glauben an die Geschäftswelt wieder hergestellt haben“, lautet ein Kommentar. Und: „Wenn ich diesen Post sehe, sehe ich einen Menschen, der sein Bestes gibt.“

Wallake selbst sagte dem Magazin „Vice“, er habe mit seinem Post lediglich zeigen wollen, dass „hinter Entlassungen normale Menschen stecken“ und diese nicht immer geschehen, damit CEOs ihren eigenen Gewinn aufstocken könnten. Er selbst würde sich aktuell kein Gehalt auszahlen. Er habe seinen eigenen Tiefpunkt keinesfalls in den Vordergrund stellen wollen, denn seinen entlassenen Mitarbeitern würde es viel schlechter gehen.

Einer davon, Noah Smith, meldete sich einen Tag nach dem Post seines ehemaligen Chefs indes selbst auf LinkedIn zu Wort und stellte sich hinter Wallake. „Es macht mich traurig, dass es einen zur Zielscheibe für Menschen macht, die andere angreifen wollen, wenn man sich online verletzlich zeigt“, schrieb er. Er freue sich über den Zuspruch und die Bewerbungsangebote, die er aufgrund des viralen Hits erhalten habe, doch er wolle zukünftig „nur für Menschen wie Braden Wallake arbeiten“.


Autor: Jennifer Caprarella

Jennifer Caprarella begann ihre Karriere in einer Entertainment-Nachrichtenagentur, wo sie direkt nach dem Praktikum die Leitung eines der TV-Ressorts übernahm, und entdeckte als freiberufliche Redakteurin schließlich ihre Affinität für Digital-, Social-Media- und Tech-Themen. Wenn sie nicht von ihrer Heimatstadt München aus in die Tasten haut, treibt sie sich in Londons Theaterhäusern rum oder geht mit Hündin Luna auf Fährtensuche.