Gastbeitrag von Helge Ruff :
2018 - das Social Media Jahr der Relevanz

Helge Ruff, Chef der Social-Media-Agentur 1-2-Social, nennt in seinem Gastbeitrag sechs Punkte, auf die es im kommenden Jahr entscheidend ankommen wird.

Text: W&V Redaktion

Helge Ruff ist Geschäftsführer der Social-Media-Agentur 1-2-Social.
Helge Ruff ist Geschäftsführer der Social-Media-Agentur 1-2-Social.

Trends kommen und gehen. Social Media ist allerdings schon lange kein Trend mehr und hat sich erfolgreich von einer Randdisziplin zum Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation entwickelt. Social Media ist nicht nur Standard im Kommunikationsmix, sondern hat sich in den letzten Jahren auch deutlich professionalisiert. Diese Entwicklung ist jedoch auch mit großen Herausforderungen für Unternehmen verbunden. Marken buhlen um die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe, deren Anspruch an die Inhalte deutlich gestiegen ist. Das große Thema ist nicht mehr nur, eine hohe Reichweite zu erzielen, sondern vor allem mit Relevanz zu punkten. Die Nutzer wollen hochwertige kreative Inhalte sehen, unterhalten werden und das sieben Tage die Woche. Worauf es in 2018 ankommen wird, das verrät Helge Ruff von 1-2-Social in diesem Gastbeitrag.

Nicht neu, aber wichtiger denn je: An Bewegtbild führt kein Weg vorbei

An Bewegtbild führt kein Weg vorbei. Laut Facebook wird bis zum Jahr 2020 bereits 75% des Contents aus Bewegtbild bestehen. Das zeigt, welche Relevanz in dem Thema steckt. Nutzer schenken Videos bis zu fünfmal mehr Aufmerksamkeit als Bildern, wodurch die Kommunikation effektiver wird. Wie für Bilder gilt auch: Bewegtbild ist nicht gleich Bewegtbild. Die Inhalte müssen auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sein. Heißt, Unterhaltung ab der ersten Sekunde bieten. Auf den Punkt kommen, kurze Schnitte und bloß kein klassischer Spannungsbogen!

 

Live-Streams erobern den News-Feed

Langsam aber immer regelmäßiger erhalten Live-Streams Einzug in unsere Feeds. Ob bei Facebook oder Instagram, Live-Übertragungen sind spannend, weil sie ein noch nicht überreiztes Format sind. Einige Unternehmen haben schon experimentiert, aber der große Durchbruch fehlt noch. Aber lange kann es nicht mehr dauern, denn es gibt vieles, was für den Einsatz von Live-Streams spricht. Live-Streams werden in den Newsfeed Algorithmen bevorzugt angezeigt und haben, verglichen mit klassischen Formaten wie Videoposts, eine deutlich höhere organische Reichweite. Was aber viel wichtiger ist: Die User wollen unterhalten werden und Live-Streams bieten dazu beste Möglichkeiten: KFC verloste beispielsweise im Rahmen seiner Live-Show zur 60-jährigen Geburtstagsfeier des Buckets jede Minute einen dieser an seine Fans. Der Gewinner wurde unter den kommentierenden Zuschauern während der Live-Show gezogen und eingeblendet. Und TV Sender wie Sport1 zeigen schon komplette Sendungen über den Newsfeed.

 

Mehr Sichtbarkeit in Instagram durch Stories

Anfänglich war die Empörung über den Ideenklau von Facebook gegenüber Snapchat groß, heute interessiert das niemanden mehr. Die Stories erfreuen sich großer Beliebtheit und viele Accounts erzielen mit ihnen deutlich größere Reichweiten als über die Posts. Marken und Unternehmen bietet das gute Chancen auf mehr Reichweite, vorausgesetzt die Inhalte sind auch entsprechend gut. Entsprechender Content kann inzwischen vorproduziert werden. Zudem können größere Accounts ihre Stories verlinken und so im Gegensatz zu normalen Posts auch auf externe Webseiten leiten. Gerade im Fashion Bereich ist die Funktion sehr beliebt. Etwa können Outfits nach der Ansicht direkt gekauft werden.

Marken suchen sich Influencer für langfristige Kooperationen

Influencer Marketing boomt. Allerdings auch berechtigt, weil es immer noch einem schnellen Evolutionsprozess unterliegt. Anfänglich hat man über Kooperationsformen debattiert, dann waren es Cases, zuletzt die Preise. Allgemein testet man aber noch viel aus. In 2018 werden sich Unternehmen Influencer suchen, mit denen sie langfristige Kooperationen anstreben. Hat man einen Influencer gefunden, der perfekt zur eigenen Marke passt, bieten sich hierdurch viele Vorteile: Neben einer kontinuierlichen gemeinsamen Content-Produktion, lassen sich echte Markenbotschafter aufbauen, die aufgrund regelmäßiger Posts auch einen wirklichen Einfluss auf Ihre Zielgruppe haben.

Messenger Dienste für den 1:1 Dialog mit dem Kunden

Messenger Dienste im Marketing sind schwer im Kommen. Für Werbungtreibende geht es um 1:1 Kommunikation und den direkten Austausch mit dem Konsumenten. WhatsApp und Facebook Messenger werden bereits wie eine Art Newsletter eingesetzt. Regelmäßig bekommen die Abonnenten Informationen, die häufig mit Links zu externen Webseiten versehen werden. Die Reiseplattform Urlaubspiraten stellt hierbei ein Paradebeispiel: Täglich erhalten die Abonnenten des Newsletters Angebote zu aktuellen Deals. Der Reiz der Nutzer besteht darin, die Nachrichten auf das Handy „gepusht“ zu bekommen und sich nicht selbst auf Recherche zu begeben.

 

WhatsApp ist dem Facebook Messenger in Sachen Öffnungsraten einiges voraus. Dafür bieten sich im Messenger andere Vorteile. Beim Facebook Messenger wird bereits mit Bots experimentiert. Das Thema Bots befindet sich noch im Anfangsstadium. Es ist jedoch zu erwarten, dass es gerade mit der Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz in naher Zukunft spannende Lösungen geben wird.

 

Social Advertising: Ohne geht es nicht mehr

Der Einsatz von Media Budget ist im klassischen Sinne kein Trend, jedoch unabdingbar. Denn ohne bleibt sehr viel Potenzial ungenutzt und Unternehmen, die nur auf organische Reichweite bauen, werden langsam in der Irrelevanz verschwinden. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die sich rein organisch über Wasser halten. Auch ist die Vermeidung des Einsatzes von Media Budget nur schwer nachzuvollziehen: Warum sollte man guten Content möglichst wenig Menschen zeigen? Derzeit sind die Werbegelder noch vergleichsweise günstig und gut angelegt.

 

Über den Autor:

Helge Ruff ist Gründer und Geschäftsführer der Social-Media-Agentur 1-2-Social aus München. Gemeinsam mit seinem Team betreut er Kunden wie KFC Deutschland, NBC Universal, Freixenet und Constantin Film. Ruff hat an der Universität Mannheim Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing/Produktion und Physik studiert.


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W&V Redaktion
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