Präsentationstechnik :
5 Fehler, die Sie beim Präsentieren unbedingt vermeiden sollten

Damit eine Präsentation gelingt, sollte man diese fünf gravierenden Fehler vermeiden. Tipps von Moderations- und Präsentationscoach Markus Tirok.

Text: W&V Leserautor

Markus Tirok ist Moderations- und Präsentationscoach.
Markus Tirok ist Moderations- und Präsentationscoach.

"Präsentieren leicht gemacht": Im zweiten Teil verrät der Kölner Moderations- und Präsentationscoach Markus Tirok, welche fünf gravierenden Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten, damit Ihre Präsentation tatsächlich zum Erfolg wird.

1. Keiner will die Zuschauer sehen
• Spätestens wenn sich der Redner mit dem Rücken zum Publikum dreht, um selbst die Präsentationsfläche anzusehen, bin ich raus. Stellen Sie sich das mal in einer Face-to-Face-Situation vor. Ich würde ihn schubsen
• Also - Ihr Blick gehört immer dem Publikum
• Welche Folie hinter Ihnen zu sehen ist, sehen Sie auf ihrem Vorschaumonitor. Und es hilft keinem, wenn Sie mit großer Geste auf der Präsentationsfläche hinter Ihnen rumhampeln. Bleiben Sie bei denen, die Sie gerne ansehen. Bleiben Sie vorne

2. Ohne Routenplaner landen Sie im Bach
• Wissen Sie zu jeder Zeit, welchen inhaltlichen Weg Sie in der Präsentation gehen wollen?
• Steht doch auf den Folien!
• OK - dann kann die Folie vielleicht ein Spickzettel sein - aber das wichtigste ist, dass Sie voll und ganz verinnerlicht haben, wie Sie dramaturgisch durch Ihre Präsentation gehen. Wo ist Ihr Startpunkt, die erste Abzweigung, die Teilziele und das Ziel?
• Wenn Sie diesen Weg verinnerlicht haben, dann können Sie auch Ihr Folien-Navi ausblenden

3. Stoppt den Bühnentiger
• Frage ich meine Klienten, was Sie mit dem Hin- und Herlaufen auf der Bühne bezwecken wollen, erhalte ich häufig die Antwort, man wolle sich agil zeigen, nicht so langweilig und jeden im Publikum ansprechen.
• Super Vorhaben - klappt aber nicht, wenn Sie den Bühnentiger geben
• Der wahrscheinlichere Grund des Promenierens auf der Bühne: Unsicherheiten abbauen durch Bewegung. Es mag Ihnen helfen, dem Publikum hilft es nicht
• Denn: Wo ist Ihr Standpunkt? Und damit meine ich sowohl den inhaltlichen als auch den örtlichen auf der Bühne
• Sie wirken auf den Punkt konzentriert, wenn Sie einen festen Standpunkt auf der Bühne haben und dieser ist im übrigen bitte nicht hinter einem Rednerpult (super Versteck). Stellen Sie sich weit nach vorne an den Bühnenrand und nehmen Sie Kontakt zu Ihrem
wohlwollenden Publikum auf

4. Es war einmal - der schlechte Märchenonkel
• Uns Zuschauern graut es davor, wenn der Präsentator im höchsten Business-Speech vor uns den Schlaumeier gibt
• Übersetzen Sie doch mal das Märchen von Hänsel und Gretel in solch eine abstrakte Sprache. Was bleibt dann übrig? Alles - aber keine Spannung und keine Story
• Verzichten Sie auf die Allgemeinplätze und Abstraktionen und wenden sich dem Konkreten und Detaillierten zu. Machen Sie deutlich, was Sie wirklich sagen wollen
• Trauen Sie sich einfach zu sprechen. Kurze Sätze in normaler Umgangssprache
• Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann versteht Sie auf einmal sogar Ihr Publikum

5. Das leidgeprüfte Handout
• Über die Entrümpelung Ihrer Folien habe ich ja schon ein paar strenge Takte gesagt.
• Und doch begegnen mir diese Epos-Folien immer wieder. Mit einfacher Begründung: diese Charts sollen anschließend dem Kunden als Handout dienen.
• Fehler! Eine Präsentation von 40 Seiten - eh viel zu lang - ist niemals das Handout
• Ein professionelles Handout wird separat erstellt, hat selten mehr als zwei Seiten und fasst die wichtigsten Aspekte zusammen, verweist auf weitere Quellen und ist übersichtlich gestaltet
• Gebt Eure Folien nicht mehr her!


Autor:

W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.