Stefan Gessulat von der Münchner Agentur Gessulat/Gessulat sieht es etwas anders: "Den beschriebenen 'Erschöpfungsstolz' gibt es doch schon längst nicht mehr. Wer ständig erschöpft ist, ist nicht mehr der Held, sondern der Depp." Die jungen Leute seien sehr leistungsbereit, legten aber zugleich "ganz viel Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance." Am Ende würden davon auch die Kunden profitieren: "Die wollen nicht, dass alles mit heisser Nadel auf den letzten Meter gestrickt wird. Kunden wollen heute ausgeschlafene und intelligente Gesprächspartner."

"Nirgendwo wird so gerne gelogen wie beim Thema Nachwuchs in Agenturen", meinte der damalige Jung-von-Matt- und heutige Thjnk-Kreativchef Armin Jochum bereits vor zwei Jahren in einem W&V-Interview: "Die meisten machen gar nichts und bejammern nur den schlechten Zustand der Ausbildung in den Schulen." Wäre schön, wenn sich das wirklich irgendwann einmal ändert.



Markus Weber, Redakteur W&V
Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.