Debatte :
Agentur-Nachwuchs: Das Problem mit der 70-Stunden-Woche

Häufig haben Agenturen über den Nachwuchs geklagt: schlecht ausgebildet sei er und nicht ehrgeizig genug. Wahrscheinlich aber liegt das Problem eher bei den Werbehäusern selbst. Sie haben die Zeichen der Zeit bis heute nicht erkannt.

Text: Markus Weber

- 24 Kommentare

Häufig haben Agenturen über den Nachwuchs geklagt: schlecht ausgebildet sei er und nicht ehrgeizig genug. Wahrscheinlich aber liegt das Problem eher bei den Werbehäusern selbst. Sie haben die Zeichen der Zeit offenbar bis heute nicht erkannt. "Die heute 20- bis 30-Jährigen haben wenig Lust, sich zu Sklaven ihres Jobs zu machen", schreibt die Wochenzeitung "Die Zeit" am heutigen Donnerstag (7.3.) in ihrem Aufmacher. Unter der provokanten Überschrift "Faul und schlau" heißt es: Für manche Personalchefs seien sie zwar ein Albtraum. Doch sie würden mit ihrer Haltung die Arbeitswelt verändern: und zwar zum Guten.

Es sei "pervers", wenn gerade die schöpferischen Berufe die "Grundbedingungen von Kreativität und Innovationsfähigkeit ignorieren", meinte der Psychologe und Marktforscher Stephan Grünewald jüngst im W&V-Interview. Wer mehr als 40 Stunden pro Woche arbeite, "müsste mit Gehaltsentzug bestraft werden, weil er Raubbau an seiner Kreativität betreibt", so Grünewald. "Früher war man stolz auf das vollbrachte Werk, heute ist man stolz auf den Grad der Erschöpfung, den man sich erarbeitet hat." Auch wenn Grünewalds Forderung nach einer 40-Stunden-Woche und Gehaltsentzug bei Überschreitung mehr als kühn erscheint, so stimmt doch eines recht bedenklich: nämlich wie wenig sich die Agenturen auf die neue Situation - demografische Entwicklung einerseits, vor allem aber die veränderten Wertvorstellungen beim Nachwuchs - einlassen.

W&V Online hat die Chefs von zehn großen und renommierten Werbehäusern nach ihrer Meinung zu Grünewalds Thesen gefragt. Nur ein einziger, nämlich Stefan Kolle von Kolle Rebbe, hat sich überhaupt zu dem Thema geäußert: "Man kann auch 70 Stunden pro Woche arbeiten. Solange man die Arbeit nicht als Arbeit empfindet, ist alles ok", findet der Kreativchef. "Hauptsache es macht Freude. Wenn einen das, was man tut, erfüllt, ist es gut; wenn man nur seinen Job erfüllen muss, schlecht. Dann ist auch eine 40-Stunden-Woche zuviel an Belastung."

Stefan Gessulat von der Münchner Agentur Gessulat/Gessulat sieht es etwas anders: "Den beschriebenen 'Erschöpfungsstolz' gibt es doch schon längst nicht mehr. Wer ständig erschöpft ist, ist nicht mehr der Held, sondern der Depp." Die jungen Leute seien sehr leistungsbereit, legten aber zugleich "ganz viel Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance." Am Ende würden davon auch die Kunden profitieren: "Die wollen nicht, dass alles mit heisser Nadel auf den letzten Meter gestrickt wird. Kunden wollen heute ausgeschlafene und intelligente Gesprächspartner."

"Nirgendwo wird so gerne gelogen wie beim Thema Nachwuchs in Agenturen", meinte der damalige Jung-von-Matt- und heutige Thjnk-Kreativchef Armin Jochum bereits vor zwei Jahren in einem W&V-Interview: "Die meisten machen gar nichts und bejammern nur den schlechten Zustand der Ausbildung in den Schulen." Wäre schön, wenn sich das wirklich irgendwann einmal ändert.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



24 Kommentare

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Anonymous User 8. Mai 2013

Mal überlegen: Wenn ich als Freelancer (Entwickler) bei einem Start-Up, einer Softwarefirma oder einer Gamesschmiede anheuere – was zu 90 % über das Jahr verteilt bei mir der Fall ist – dann bekomme ich einen ordentlichen Tagessatz, die Mehrarbeitszeit zusätzlich vergütet und bin zudem frei in meiner Arbeitszeit. Hauptsache der Job wird fertig. Wenn mich eine Agentur anfragt, drücken die mich erstmal im Tagessatz, bezahlen keine Überstunden und ich mache in den meisten Fällen hohlen Dreck a la Microsites für irgendeine Karre. Meist auf Konzepten, die sich irgendeine Tröte ausgedacht hat, die bisher vom Internet nur gehört hat.
Warum zur Hölle sollte ich und jeder andere, der die Skills hat, die heutzutage gefragt sind, in eine verdammte Werbeagentur gehen?
Davon abgesehen hängt dort nicht umbedingt die intellektuelle Elite des Landes herum. Was erklärt warum Agenturen ihre Ausbeutungsmodelle noch immer durchziehen können. Zum Ausbeuten gehören immer zwei.

Anonymous User 16. März 2013

Die Branche hat den Moment zum Umdenken verpasst und will sich nicht ändern. Früher (vor 20-25 Jahren) haben wir Nächte gearbeitet um Layouts fertigzustellen, die dringend raus mussten. Auch vor 16 Jahren bei meinem Einstieg im Mediabereich haben wir 16 bis 18 Stunden gearbeitet. Damals mehr Mangels Personal, das bei einer neugegründeten Agentur verständlich ist.

Die Kommunikationswege haben sich rasant entwickelt. Wir brauchen keine 3 Tage Postweg mehr, die haben wir im Grunde jetzt mehr Zeit - wenn wir als Agentur das Umdenken nicht verpasst haben. Es fällt auf, dass die Älteren unter uns nach wie vor mehr Bereitschaft zu Überstunden zeigen. A propos Gehälter und Leistungshonorierung: Genau aus dem Grunde war ich nie in einer Großagentur.

Okay die Branche hatte schon immer den Hang dazu, aber andere Branchen haben es auch geschafft.

Anonymous User 13. März 2013

Ich finde es für junge Menschen mehr als empfehlenswert, wenn sie sich für die Sportwagen-, Genussreisen- und Konsumhobbys des geschäftsführenden Gesellschafters das eigene Privatleben dauerhaft zerrütten ... Den leitenden Angestellten wird das kaum auffallen, da diese selbst schon lange gar Keins mehr haben ;-)

Anonymous User 12. März 2013

Dieses Thema bitte noch viel lauter diskutieren, vielleicht mit Trillerpfeifen und bunten Westen. Oder wenigstens nicht hier, sondern direkt im Vorstellungsgespräch und mit potentiellen Chefs.
Habe ich auch so gemacht. Mit dem Ergebnis einer vertraglich reduzierten Wochenarbeitszeit, Freizeitausgleich, weniger Krankheitstagen, mehr Freude und einem Gefühl, dass der Job mein Ding ist und mir sofort wieder Spaß macht - wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Und die fangen bei mir primär bei “A” an und hören mit “rbeitszeiten” auf.

Wie kann es sein, dass sogar Schichtarbeiter ihre Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge bekommen und von historisch hart erkämpften ArbSchG und ArbZG profitieren - aber Akademiker in der Werbung heute bei unbezahlter Mehrarbeit “Hurra!” schreien sollen?

Mit Verlaub, liebe Personaler und Chefs: Menschen sind keine Flatrate. Und ihr angestellten Werber: euern kaputten Rücken und die verlorenen Freunde bezahlt niemand. Warum rauft ihr euch nicht zusammen und haut auf den Putz?

Sagt die SM-Hirnwäsche aus dem Mittelalter etwa noch: “Au, ich will das so?”
Die, die sich zu 99% über ihren Job identifizieren, wissen hoffentlich eins: One day you’ll wake up dead.
Und wer weiß, dass seine Generation erst mit 69 in Rente gehen wird, ist selbst schuld, wenn er wochenstundentechnisch sogar bis 72 arbeitet. Hoho, für nix, niente.

Anonymous User 12. März 2013

Es wird Zeit, das mal jemand den Bossen in den Agenturen gewaltig auf die Finger klopft. Mal ganz davon abgesehen, das 70 Std.-Wochen nach den Arbeitszeitgesetz verboten sind! Auch Arbeitszeiten jenseits der gesetzlich vorgeschriebenen 9 Std. sind ja eigentlich verboten. Sonntagsarbeit sowieso...
Aber wie so immer: Wo kein Kläger ist auch kein Richter... Nach inzwischen 6 Jahren Lohnstop hab ich für mich die Konsequenzen gezogen und arbeite ebenfalls nur noch 40 Std. in meiner Network-Agentur... Aber schuld sind auch die Kunden: Immer mehr Leistung für immer weniger Geld und dann auch noch immer kürzere Verweildauern der Etats in einer Agentur tun ein übriges... Geiz ist eben nicht mehr geil – das gilt auch für die lieben Kunden! Ausbaden müssen es die Praktikanten und die Junioren... und die wollen jetzt eben nicht mehr... Fein fein.... so muss es sein!

Anonymous User 12. März 2013

DER ARSCH IST KOMPLETT AB. UND DIE BRANCHE, DIE JAHRELANG IHRE LEUTE AUSGEQUETSCHT HAT, WIRD SELBST ZU BODEN GEHEN - UND WOMIT? MIT RECHT! Die nachwachsende Generation der BioHipster und ÖkoNerds hat die Kreativ-Verarsche so satt, das werden die Agenturen zeitnah sehr unangenehm zu spüren bekommen. Ein paar unverbesserliche Hipster-Flöten von HyperIsland und MiamiAdSchool und die ewigen Schmiede-Absolventen werden die letzen traurigen Junioren für 1600 brutto und das wars dann. The Death of Advertising. R.I.P.

Anonymous User 11. März 2013

Das Problem liegt ganz woanders. Man definiere, welche Aufgabe man für sich leben möchte. Dann ergibt sich der Rest ganz von selbst und diese ganze Diskussion wird hinfällig.
"In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer edlen Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer Du tun kannst oder wovon Du träumst, fang es an. In der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Anonymous User 11. März 2013

Ich arbeite seit 8 Monaten in einer Agentur und war vorher 4 Jahre bei BMW tätig.

Meine Beobachtungen:

1. Unternehmen: Gutes Geld, feste Arbeitszeiten, viel Unterstützung in jeglichen Bereichen.

2. Agentur: kein gutes Geld, lächerliche Arbeitszeiten, wenig Unterstützung in jeglichen Bereichen.

Fazit: Inzwischen gehe ich nach spätestens 9 Stunden aus dem Büro. Egal, ob Dinge fertig sind oder nicht. Das mache ich seit 4 Monaten so und siehe da: Jeder akzeptiert es, jeder weiß es und keiner stellt mir mehr Meetings nach 17 Uhr ein.

Kurzum: Zumindest in meinem Falle, hat eine interne Umerziehung der Kollegen und Vorgesetzten funktioniert, auch wenn ich mir bis heute komisch vorkomme, um 17/1730h zu gehen, in dem Wissen, das die Kollegen noch locker 3-6 Stunden sitzen (täglich).

Anonymous User 9. März 2013

Ich finde, in dieser Hinsicht hat Jung von Matt eine Großchance verpasst: Die eingesparten Einreichegebühren (im 7-stelligen Bereich!) für Awards sollte man nicht in eine Akademie, sondern in eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl investieren - das heißt: mehr Zeit pro Mitarbeiter für jedes Projekt, bessere Resultate, weniger Stress. Konsequenz: Höhere Qualität der Arbeiten, höhere Arbeitgeberattraktivität.

DAS wäre mit der Zeit gehen und ein innovativer Ansatz.

Anonymous User 9. März 2013

Ich finde, in dieser Hinsicht hat Jung von Matt eine Großchance verpasst: Die eingesparten Einreichegebühren (im 7-stelligen Bereich!) für Awards sollte man nicht in eine Akademie, sondern in eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl investieren - das heißt: mehr Zeit pro Mitarbeiter für jedes Projekt, bessere Resultate, weniger Stress. Konsequenz: Höhere Qualität der Arbeiten, höhere Arbeitgeberattraktivität.

DAS wäre mit der Zeit gehen und ein innovativer Ansatz.

Anonymous User 8. März 2013

Und dennoch: weder dieser Artikel noch sonst irgendwas wird dieses extrem veraltete Arbeitsmodell ändern. Es wird immer genug junge und kreative Menschen geben, die in der Werbung etwas sehen, womit sie sich brüsten können. Und: Einer von zehn Angeschriebenen äußert sich dazu … diese Führungskräfte sind allesamt Lappen.

Anonymous User 8. März 2013

Sehr geerhrter Herr Genseleiter,

mit Sicherheit stimmt Ihnen jeder Kreative zu! Wir alle haben uns aus Leidenschaft für diesen Beruf entschieden und fühlen uns dazu berufen.

Niemand von uns schaltet sein Gehirn außerhalb der Agentur ab! Wenn wir nach 40 Stunden die Agentur verlassen wollen, heißt das nicht, dass wir unsere Leidenschaft und Gehirne abschalten. Ganz im Gegenteil: In unserer Komfortzone kommen uns ganz neue und frische Ideen.

So wird das nicht mehr lange gut gehen: unbezahlte 70-Stunden-Woche, Minimallohn, der in Düsseldorf noch nicht einmal für eine Wohnung und ein Auto reicht - und gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl an Urlaubstagen.

Bei diesen Arbeitsbedingungen kann ich jeden Kreativen nur auffordern:

Lasst das nicht mit Euch machen, geht Kellnern, auf den Bau, werdet Fitnesstrainer bei McFit ;-), geht im Supermarkt Regale einräumen, oder arbeitet freiberuflich... Ihr verdient mehr und schont Eure Gesundheit!

Sollen die Agenturen mal sehen, wie sie ohne den kreativen Nachwuchs klarkommen!

Anonymous User 8. März 2013

Der Job des Kreativen in der Werbung ist Berufung. Mit Leidenschaft und Herzblut. Da schaut man nicht auf die Uhr oder schaltet sein Gehirn ausserhalb des Office ab. Und wer eine ausgeglichene Work/Life-Bance sucht, ist in der Werbung an der falschen Adresse.

Anonymous User 8. März 2013

Die Diskussion ist längst überfällig! Agenturen müssen sich etwas einfallen lassen. Der Lack ist ab, Jungs! Ich hab viele viele Jahre in Agenturen gearbeitet - Nachtschichten, Sonntagsarbeit, unbezahlte Überstunden, alles an der Tagesordnung. Man quetscht halt raus aus den Mitarbeitern, was nur geht. Finde ich gut, dass schon Berufseinsteiger dies kritisieren. Normal angelt man sich ja Youngsters mit dem Hinweis auf Hipness und coole Kunden - 99% glaubens und stürzen sich in die Arbeit. Nur mal zum Vergleich. Ich bin jetzt auf Kundenseite unterwegs, habe eine 40h Woche ohne jede Überstunde, Lebensarbeitszeitkonto, 31 Tage Urlaub statt 24, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, insgesamt 15 Gehälter und verdiene gegenüber meinem Agenturjob 1500 Euro mehr. Sowas checken halt immer mehr Menschen und das ist auch gut so!!

Anonymous User 8. März 2013

arbeit nervt!? ich bin der meinung, so lange man spass an seinem job hat und morgens in den spiegel schaut und sich sagt: jo auf zur arbeit, kann ein dieses gerede mit den überstunden doch panne sein. aber auf der anderen seite ist das genau das, was die meisten agenturen leider gottes ausnutzen. die gutmütigkeit und die liebe zum job. sie sehen da ist jemand, der macht sein ding und das auch noch gut. und hey warum nicht die kuh melken so lange sie noch kann. kann sie nicht mehr dann steht schon das nächste kalb in der reihe. und man darf auch bei der ganzen sache nicht vergessen, wie unterbesetzt viele agenturen sind, für ein scheiß geld projekte anbieten und am ende die kreation den scheiß rocken muss. das ist das was frustriert. die leute sitzen doch nicht aus langer weile auf arbeit und freuen sich des lebens dort sein zu dürfen. mal ganz ehrlich, soooo geil kann doch kein job sein. das bedeutet im umkehrschluss, will man sich die überstundengeschichte betrachten, dann sollte man sich auch mal betrachten wie es dazu kommt und unter welchen bedingungen sie zu stande kommen. in anderen gewerken hätte man schon längst gestreikt. ist ja einfach, die haben ja auch ne gewerkschaft im rücken, die ihnen halt gibt. versuch das mal in der kreativbranche. da gibt es keinen der die gehaltsstrukturen, geschweige denn arbeitszeiten und und und kontrolliert und überwacht. im gegenteil, die branche funktioniert nur wegen der egoscheiße. genau daher wo die branche kommt. am ende denkt jeder nur an sich selbst .... sagt die schlange und beißt sich dabei selbst in den schwanz.

Anonymous User 7. März 2013

Vollkommen unwichtig: Stunden. Tage. Urlaub. Gehalt. Entscheidend: Sinn. Und der Grund für den Mangel an Sinn sind nicht Kreative. Sondern ein weites Feld. Ein Feld, auf dem sich Marktforscher, Consultants, Karrieristen, Angsthasen und Prozesshansel bedeckt halten sollten.

Anonymous User 7. März 2013

Machen wir uns mal nichts vor: In Sachen Berater bekommen die Agenturen eh nur den Müll den Unis ab. Die richtig guten Leute gehen doch in die Consulting Branche. Und ich befürchte, im kreativen Bereich sieht es bald genauso aus: Der Lack der Werbebranche ist ab und Agenturen müssen froh sein, wenn sie noch jemanden finden, der sich für die leeren Versprechungen noch krumm macht.

Anonymous User 7. März 2013

So einfach kann man es nicht immer sehen. Aus der Erfahrung von über 700 betreuten Agenturen können wir nur sagen, dass es häufig das Missmanagement in Agenturen ist, dass dazu führt. Nicht umsonst hben solche Mailings bei uns derzeit sehr hohe Click- und Leseraten.
http://www.proadsoftware.com/landing-pages/Uptodate-agentursoftware-ressouren . Und last not least leben ja auch immer noch viele Agenturen von den unbezahlten Überstunden der Mitarbeiter.

Anonymous User 7. März 2013

Ich finde den Titel des Zeit Artikels schon sehr bezeichnend. Wer also heute bereit ist die staatlich oder arbeitsvertraglich regulierte Wochenarbeitszeit von 40 Stunden zu arbeiten ist FAUL. Aha!

Anonymous User 7. März 2013

Wow, ich bin stolz auf uns, die Generation Y.
Super, dass die ZEIT immer wieder hinter dem Thema her ist.
Die Presse muss vorpreschen und Druck machen.
Dann haben auch leere Worthülsen, die 70 Stunden die Woche mit "Erfüllung" gleichsetzen, irgendwann ein Ende.

Anonymous User 7. März 2013

Die Frage ist eigentlich vielmehr, ob die Agenturen so schlecht zahlen, weil das Geschäft so schlecht läuft oder ob einfach nur wie in vielen Teilen der Wirtschaft die Margen erhöht werden. Schlecht bezahlte Leute in der Werbung gab es für mein Dafürhalten immer, aber - zumindest früher - auch solche, die richtig gut verdient haben.

Anonymous User 7. März 2013

So sieht's aus, David, die Herren Gessulat und Kolle sollten mal besser über die lächerlichen Gehälter reden, die Sie bezahlen für eine solche 60- oder 70h-Woche. "Ganz viel Wert" legen die Angestellten auf eine ordentliche Bezahlung und nicht auf so Weichspülfaktoren ... oder arbeiten die Herrn auch gerne kostenlos?

Anonymous User 7. März 2013

Genau so eine Diskussion führte ich in einem Bewerbungsgespräch. Wie ich bereit wäre, länge zu arbeiten. Als ich argumentierte, dass nur zufriedene Menschen gute Arbeit leisten, wurde ich dezent belächelt. Dennoch durfte ich komplett ausreden. Es ist sicherlich für niemanden ein Problem, hier und da mal eine Stunde länger im Büro zu bleiben, aber es sollte keine Gewohnheit werden. Dieser Wettkampf um "wer ist am längsten da und kocht morgens gleich den ersten Kaffee" ist doch vollkommen lächerlich. Am Ende bekam ich mein aktuelles Praktikum doch. Und auch wenn die Vergütung eher unterirdisch ist, konnte ich in den letzten zwei Monaten bereits eins beweisen: wer ausgeglichen ist, leistet bessere Arbeit und ist noch dazu gut gelaunt.

Anonymous User 7. März 2013

Eine dringend notwendige Diskussion. Aber wieso bleibt ein wesentlicher Aspekt, nämlich die (Einstiegs-)Gehälter hier unerwähnt? Man bekommt doch den Eindruck, dass manch Agentur nach wie vor der Meinung ist, dass der gefühlte Hipnessfaktor der Werbebranche Berufseinsteiger lange Arbeitszeiten und schlechte Bezahlung vergessen lässt. Die Realität sieht deutlich anders aus und liegt (auch bei den Arbeitszeiten) fernab jeder romantischer Agenturchefvorstellung und das nicht erst neuerdings.

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