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Air Berlin sagt Pitch ab: Rapp bleibt für weitere zwei Jahre

Air Berlin will nun doch keine Zeit und kein Geld in einen Agenturwechsel investieren. Rapp Germany bleibt daher weitere zwei Jahre im Amt.

Text: Stephanie Gruber

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Air Berlin hat sich umentschieden: Die Fluglinie wird keine neue Agentur verpflichten, der Vertrag mit Stammagentur Rapp Germany wird im November 2013 für zwei Jahre verlängert werden. Dabei hatte das Unternehmen bei der im März begonnenen Suche nach einem neuen Partner sogar schon eine Vorauswahl für drei Finalisten getroffen.

Als Grund für die Kehrtwende gibt CCO Paul Gregorowitsch das Sparprogramm „Turbine“ an, mit dem die Airline bis Ende 2014 rund 400 Millionen Euro einsparen will: „Darauf konzentrieren wir uns. Es würde ablenken und noch dazu Geld kosten, jetzt eine neue Agentur einzuarbeiten. In einer Zeit, in der alles in Bewegung ist, ist es besser, die Positionierung nicht zu verändern.“ Außerdem kenne Rapp die DNA der Marke wie keine andere. Die Agentur verantwortet seit Oktober 2007 die Markenkommunikation bei Air Berlin und hat Anfang 2013 ihr Düsseldorfer Büro nach Berlin verlegt, um den Kunden besser betreuen zu können.

Offensichtlich haben sich die Rahmenbedingungen für Air Berlin im vergangenen halben Jahr weiter verschlechtert. „Als wir den Pitch ausgerufen haben, gingen wir davon aus, dass die Konjunktur anzieht“, so Gregorowitsch. „Aber der Gegenwind durch das für alle Airlines gleichermaßen herausfordernde wirtschaftliche Umfeld ist stärker als gedacht.“ Bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen sagte der neue Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer, die Erreichung der Ziele sei wegen der „gesamtwirtschaftlichen Eintrübung zunehmend anspruchsvoller“ geworden. So sind unter anderem wegen der heißen Temperaturen in diesem Sommer weniger Deutsche spontan in den Urlaub geflogen. Positiv stimmt das Air-Berlin-Management, dass es den Netto-Verlust im zweiten Quartal von knapp 100 Millionen im Vorjahr auf 38 Millionen reduzieren konnte.

Die Agenturen, die im Pitch beteiligt waren, haben bereits eine Absage bekommen: „Die Ideen einiger Agenturen waren hervorragend. Für die investierte Zeit und Mühe möchte ich mich nochmals bedanken.“, sagt Gregorowitsch.


Autor:

Stephanie Gruber
Stephanie Gruber

ist Textchefin bei W&V. Die gebürtige Pfälzerin hatte schon immer ein Faible für Marken, besonders aus dem Bereich Lebensmittel. Kein Wunder: Sie ist quasi im Supermarkt ihrer Eltern aufgewachsen.



4 Kommentare

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Anonymous User 10. September 2013

Anstand ist definitiv anders. Das klingt doch alles sehr nach purer Berechnung. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich ...

Anonymous User 9. September 2013

Mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie Unternehmen mit Agenturen umspringen. Möchte nicht wissen, wie viel Energie da manch einer reingesteckt hat und wie viele Nachtschichten hier investiert wurden. Gabs wenigstens Pitchhonorar oder nur ein paar warme Worte??

"Für die investierte Zeit und Mühe möchte ich mich nochmals bedanken.“, sagt Gregorowitsch.

Anonymous User 9. September 2013

Air Berlin geht mit Dienstleistern also genauso schlecht um wie mit seinen Kunden! Die armen Agenturen, die im Pitch waren. Bei der Airline wundert einen garnichts mehr.
Und "in einer Zeit in der alles in Bewegung ist, die Positionierung nicht zu verändern", ist seltsam. Damit alle an einem vorbeifliegen und überholen?? Verstehe ich nicht die Strategie...

Anonymous User 9. September 2013

"In einer Zeit, in der alles in Bewegung ist, ist es besser, die Positionierung nicht zu verändern." Sehr schlechte Entscheidung. Und ich vermute, das weiss AB selbst.

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