#Toleranzschmeckt :
Ali Cola schmeckt nach Toleranz - in sechs Hautfarben

Als Antwort auf die Thesen von Thilo Sarrazin hat Aydin Umutlu 2012 das Getränk Ali Cola erfunden. Da Werben um Toleranz heute wichtiger ist denn je, folgt nun eine neue Cola-Sorte - in sechs verschiedenen Hautfarben.

Text: Conrad Breyer

- 7 Kommentare

Innerlich gleich, nur äußerlich verschieden: Ali Cola in sechs Hautfarben
Innerlich gleich, nur äußerlich verschieden: Ali Cola in sechs Hautfarben

Als sich Aydin Umutlu das letzte Mal aufgeregt hat, ist Ali Cola entstanden. Das war 2012, als Thilo Sarrazin behauptete, dunkelhäutige Menschen seien eben schon genetisch schlechter gestellt als Weiße. Umutlu erzählt diese Geschichte gern. Er war damals so wütend, dass er eine eigene Cola erfunden hat, eine, die mit Türkenklischees spielt und unter dem Claim #tolereanzschmeckt für Toleranz wirbt. Bis heute.

2017 driftet die ganze Welt nach rechts. Und Umutlu reagiert; er muss ziemlich sauer sein. Denn dieses Mal hat er gleich sechs Cola-Sorten in unterschiedlichen Hautfarben produzieren lassen. "Sie sind alle gleich, nur von außen sind sie verschieden. Wie wir Menschen." Ali Cola punktet vor allem im Netz (Agentur: Loved). Motive mit frechen Sprüchen ("Hautfarbene Cola? Warte, bis wir die schwule Cola rausbringen.") kommen bei den Fans gut an. 

Die neue Ali Cola kommt zunächst in Berlin und Hamburg auf den Markt und kann über alicola.de auch online bestellt werden. Und die Marke engagiert sich auch ganz direkt. Ali Cola unterstützt die NGO Kiron, die Flüchtlingen über Onlinekurse und Partneruniversitäten eine Hochschulbildung ermöglicht.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.



7 Kommentare

Kommentieren

Anonymous User 6. Februar 2017

Dass wir erst in Hamburg und Berlin auf den Markt kommen, hat ganz pragmatische Gründe: Wir sitzen in Husum – da sind die Wege nicht so weit. Wir fangen ja gerade erst an. Für alle anderen gibt's (vorerst!) unseren Online-Shop auf www.alicola.de – 5.99 € für ein 6-Pack finden wir nicht so "sportlich". Ihr etwa?

Anonymous User 6. Februar 2017

Zitat:"Die neue Ali Cola kommt zunächst in Berlin und Hamburg auf den Markt".

Verstehe.

Dann rennen die ganzen politisch korrekten, Grünen-Wählenden, bisher Bionade trinkenden Hipster wohl diesen Sommer mit diesem Getränk durch die Stadt. Der Preis wird -wohl- politisch Korrekt sehr sportlich sein.
Ob das Zeug und Konzept Erfolg hat? Mal abwarten...

Anonymous User 6. Februar 2017

<<Die neue Ali Cola kommt zunächst in Berlin und Hamburg auf den Markt >>

Wieso nicht in Duisburg oder Gelsenkirchen ? ;-))

Stichwort Zielgruppe. Haha

Story Telling auf Amöben-Niveau.

Aber mal im Ernst: Mit weißer Ali Cola auf Schulhöfen im Pott für Toleranz gegenüber den letzten deutschen Kindern werben. Mit dem Erlös wird denen dann ein Umzug nach Mecklenburg ermöglicht.

Anonymous User 6. Februar 2017

Es schmeckt leider vor allem nach Aktionismus. Produkte für Zielgruppen segmentieren ist ein beliebtes Hebelchen. Eine Kampagne,die für mehr Toleranz werben will, quetscht seine Käufer in Schubladen, die es bei den Adressierten bis dato gar nicht gab. Welche Sorte muss ich denn jetzt wählen, um das richtige Zeichen zu setzen? Persönlich ärgert es mich, dass eine nicht ansatzweise durchdachte Idee gerade in einem Fachmedium eine m.M. inhaltlich unreflektierte Bühne erfährt. Die guten Absichten von Herrn Umutlu münden leider nicht automatisch in eine gute Kampagne.

Anonymous User 6. Februar 2017

Weiße Cola gabs schon öfter mal auf dem Markt. Läuft aber nicht und verschwand immer wieder.

Ansonsten ist die Kampagne vorsichtig zu "genießen". Kann auch nach hinten losgehen und Zielgruppen verprellen.
So groß ist der Cola-Markt mit politischen Botschaften nicht.

Wenn das ne "Migranten/Nicht-Deutschen" Cola wird ist der Ruf ruiniert und alle anderen Zielgruppen fassen das Zeug nicht mehr an...

Anonymous User 6. Februar 2017

Endlich bekommt der Arier auch seine weisse Cola. Danke Ali.

Anonymous User 6. Februar 2017

Endlich bekommt der Arier auch seine weisse Cola. Danke Ali.

Diskutieren Sie mit