Süddeutsche.de-Interview :
Amir Kassaei spricht Deutschen kreatives Talent ab

Der globale DDB-Kreativchef hält Deutschland für kein kreatives Land. Es gebe ein Manko, weil uns die unterschiedlichsten Einflüsse fehlen. "In Deutschland ist die kreative Klasse vor 80 Jahren vergast worden, womit ich nicht sagen will, dass nur Juden kreativ sind", so Kassaei in einem aktuellen Interview.

Text: Markus Weber

Der weltweite DDB-Kreativchef hält Deutschland für kein kreatives Land. Es gebe ein Manko, weil uns die unterschiedlichsten Einflüsse fehlen. Dieses Manko bestehe auch in der Literatur, in der Kunst und in anderen Bereichen. "In Deutschland ist die kreative Klasse vor 80 Jahren vergast worden, womit ich nicht sagen will, dass nur Juden kreativ sind", mit dieser Aussage provoziert Amir Kassaei jetzt in einem Interview mit Süddeutsche.de.

Dem Edeka-Spot #Heimkommen mit dem einsamen Opa fehlt es nach Ansicht Kassaeis an Relevanz. Es sei zwar eine sehr schöne Geschichte. "Aber ich frage mich: Was hat das mit der Marke Edeka zu tun? Wir machen keine Kunst und erzählen keine sinnbefreiten Geschichten. Und in diesem Fall steht die Kommunikation für jede Marke, aber nicht speziell für Edeka."

Reichweite sei nicht alles, so Kassaei, der auch Präsident des ADC of Europe ist, in dem Interview weiter. "Sie können auch in der Oper einen Furz lassen und erzielen damit eine große Reichweite. Die erreicht man über digitale Vernetzung inzwischen ziemlich einfach." Es gehe aber um Relevanz.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.