Ogilvy und BBDO vor Zuschlag :
Bahn-Pitch: Jung von Matt ist draußen

Die Deutsche Bahn wird ihren Werbe-Etat entgegen aller Erwartungen aufteilen: Der bisherige Etathalter Ogilvy & Mather und die Networkagentur BBDO werden sich die Aufgaben in Zukunft teilen. Jung von Matt ist draußen.

Text: W&V Redaktion

- 3 Kommentare

Die Deutsche Bahn will ihren Werbe-Etat entgegen aller Erwartungen offenbar aufteilen: Der bisherige Etathalter Ogilvy & Mather und die Networkagentur BBDO werden sich die Aufgaben in Zukunft teilen, meldet "Horizont" am Dienstag (22.12.) online. Der dritte Pitchfinalist Jung von Matt ist demnach aus dem Rennen. Informierte Kreise bestätigen diese Informationen auf Nachfrage.

Der Pitchausgang ist durchaus eine Überraschung. Ogilvy ist der langjährige Etathalter, und der frühere Ogilvy-Chef Thomas Strerath hat vor wenigen Monaten als Vorstand bei Jung von Matt angeheuert. Der frühere Bahn-Marketingchef Ulrich Klenke wiederum übernahm als Strerath-Nachfolger den Chefposten bei Ogilvy. Beim Pitchausgang deutet vieles darauf hin, dass man aufgrund der komplizierten Interessenlage am Ende nach einer Konsenslösung gesucht hat. Außerdem herrscht bei der Bahn derzeit ein hoher Kostendruck. Gut möglich, dass Jung von Matt in diesem Zusammenhang zu keinen größeren Zugeständnissen bereit war.

Offiziell wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts dazu kommuniziert. Ein Bahn-Sprecher sagt auf Anfrage von W&V Online: "Wir bestätigen, dass eine Entscheidung getroffen wurde. Wir bitten aber um Verständnis, dass wir uns, aufgrund der juristischen Einspruchsfrist von zehn Werktagen, inhaltlich derzeit dazu nicht äußern." (cob/mw)


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3 Kommentare

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Anonymous User 23. Dezember 2015

@Korrekt: über Preisdumping muss hier keiner sprechen - das ist bei Ogilvy ja landläufig bekannt, dass man den Preis so lange nach unten "korrigiert" bis man den Etat gewonnen hat.

Anonymous User 22. Dezember 2015

Das hast du vollkommen richtig verstanden.

Aber so wie du das ausrückst, scheint es für dich komisch und verrückt zu sein. Dabei ist dies doch langsam Alltag in Marketing-Deutschland.

In Kölle sagt das voll dazu Klüngel.

Witzig ist stattdessen, dass eure jvm Maulwürfe nix über die angeblichen Dumping-Honorare erzählt haben. Darüber regt man sich doch in der Regel zu aller erst auf wenn bei niedrigeren Etas mehr verlangt wird und plötzlich eine Agentur dem einwilligt.

Anonymous User 22. Dezember 2015

Habe ich das jetzt wirklich richtig verstanden?
Im bürokratischsten und angeblich überkorrektesten Pitch des Jahres, sind aus ca. 100 teilnehmenden Agenturen folgende ins Finale eingezogen ...
Die Agentur, des ehemaligen Marketingchefs der Bahn. (Ogilvy.)
Die Agentur, deren CEO sehr gut mit dem neunen Bahn-Marketingchef bekannt ist. (BBDO)
Die neue Agentur, des ehemaligen CEOs der Bahn-Agentur. (JvM)

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