Markus Sekulla über IMDB-Marketing :
"Bekloppt und charmant": Die unsichtbare Werbung von Old Spice

Wie wirbt man für etwas, was man nicht sehen kann? Mit Werbung, die man nicht sehen kann. W&V-Kolumnist Markus Sekulla über einen besonders schrillen Marketing-Stunt von Old Spice

Text: Markus Sekulla

Was es nicht alles für Disziplinen im Marketing gibt. Angefangen von den guten alten 4Ps Product, Price, Place, Promotion bis hin zu Guerilla Marketing, Influencer Marketing und - ich präsentiere - IMDB-Marketing.

Aber fangen wir ganz vorne an. Die Duftmarke Old Spice, die wir eigentlich nur wegen ihrer Werbung lieben, bringt ein neues unsichtbares Deo auf den Markt. Wie pusht man etwas, das man nicht sehen kann?

Klar am besten mit einer Werbung, die man nicht sehen kann oder gleich mit einem Film, den man nicht sehen kann. Diesen Film noch mit einer 9,9 Bewertung bei IMDB in den Top 250 Filmen platzieren, und schon ist der Platz im Marketinghimmel sicher. 

So beschreibt Old Spice selbst die Aktion: 

Imagine that a deodorant brand were brave enough, crazy enough, to run with an idea as irresponsible and foolhardy as financing a full-length invisible movie that you can’t actually see. Now imagine what that would look like. Now stop imagining, because it’s happening. Wait, sorry, keep imagining, because there’s nothing to see.

Hier das Video zum Hörspiel:

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Auf dmbd.com ist der Old-Spice-Film mittlerweile bei einer Bewertung von 9,8 angekommen. An den 25.000 benötigten Bewertungen für eine Aufnahme in die Top 250 muss man aber noch ein wenig stricken, es fehlen aktuell noch 24.991.

Ich finde die Aktion ob ihrer Beklopptheit trotzdem charmant, auch weil man die Stimmgeber via Twitter gecastet hat. An den Erfolg früherer Kampagen Old Spice nicht unbedingt anknüpfen können - es sei denn, man schaltet SEHR viel Werbung und bringt das Ding doch in die IMDB-Top 250.


Autor:

Markus Sekulla
Markus Sekulla

W&V-Kolumnist Markus Sekulla ist freiberuflicher Unternehmensberater im Bereich Kreative/Digitale Kommunikation. Er befasst sich in der nicht immer klar zu trennenden Frei-und Arbeitszeit am liebsten mit New Work, Trends, digitalen Kampagnen und kreativen Ideen.