Kampagne für Serie auf Canal+ :
BETC und KI bringen Ludwig XIV. zum Reden

Die Serie "Versailles" über das Leben des Sonnenkönigs ist in Frankreich zuerst bei Canal+ zu sehen. Den Auftakt von Staffel drei kündigte Ludwig XIV. selbst an.

Text: Susanne Herrmann

Hier spricht der König zu seinem Volk: Ludwig XIV. wirbt in Talkshows für die Serie Versailles.
Hier spricht der König zu seinem Volk: Ludwig XIV. wirbt in Talkshows für die Serie Versailles.

Der Sonnenkönig ist eine schillernde Gestalt - im 17. Jahrhundert drehte sich alles um den französischen Monarchen. Ludwig XIV. prägte das Zeitalter des Barock, ist die Personifizierung von Absolutismus, Hofkultur, Prunk und Eitelkeit. Sinnbild seines kulturellen Einflusses ist das von ihm erbaute Schloss Versailles - und das wiederum ist heute titelgebend für eine der teuersten Serien, die in Europa bislang produziert wurden.

"Versailles" ist eine französisch-kanadische Koproduktion des Senders Canal+, die bei uns auf Sky Atlantic Premiere hatte. Die dritte und wohl letzte Staffel war in Frankreich ab Ende April zu sehen.

Beworben von Ludwig XIV. persönlich.

Den größten König ihrer Geschichte haben die Franzosen ein Stück weit ins Leben zurückgeholt - damit er gut 300 Jahre nach seinem Tod in verschiedenen Talkshows für die Serie über seine Jugend werben kann.

Totale Vermessung und KI machen's möglich

Dahinter stecken unfassbar viele Daten, künstliche Intelligenz und die Stammagentur von Canal+, BETC Paris.

Glücklicherweise ist Ludwig XIV. nicht nur der größte König, den Frankreich je hatte, sondern auch ein extrem gut dokumentierter. Tonbandaufnahmen von seinen Ansprachen waren Ende des 17. Jahrhunderts ja leider noch nicht möglich - aber alles andere, was der erblühenden Wissenschaft an Mitteln zur Verfügung stand, wurde am Hof Ludwigs eingesetzt: In seinem Medizinbericht ist niedergelegt, welche Abmessungen sein Schädel hatte, wie seine Stimmbänder geformt waren, wie seine Lunge aussah und wie es um Mund und Zähne stand.

BETC und eine Gruppe von Historikern und Wissenschaftlern arbeiteten sich monatelang durch die Informationen. Die ermittelten Daten liefen anschließend durch ein Stimmensimulationsprogramm, Fachleute für künstliches Sprechen konnten daraus am Ende die Stimme von Ludwig XIV. nachbilden.

Die künstliche Stimme wurde mit Googles KI kombiniert - schließlich sollte er ja auch Rede und Antwort stehen, wie der Casefilm von BETC zeigt.

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Es dauerte nicht lang, und der Sonnenkönig war ein begehrter Gast in französischen Fernsehtalkshows: Dank rund 500 programmierter Antworten tat er seine Ansichten kund - unter anderem natürlich zur Serie über sein Leben (die ihn beeindruckt hat). In ein iPad gesperrt, fühlt er sich halbwegs wohl: "In meinem Schloss hatte ich aber mehr Platz."

Wir warten jetzt mal ab - vielleicht bietet Kooperationspartner Google ja schon bald das Programm Louis quatorze als alternative Stimme für seinen Sprachassistenten auf Google Home an. "Louis, lass die Jalousien runter und spiel Musik von Pink" - das wär doch was!

Bei BETC sind mit ECD Stéphane Xiberras im Kreativteam für Canal+ die CDs Benjamin Breton und Arnaud Assouline, AD Julien Vergne und Texter Alexandre Girod. Produktion: Make me Pulse.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.