Neue Bedürfnisse der Kunden identifizieren: "Kann meine Brand neu entstandene Wünsche und Bedürfnisse bestehender oder potentieller neuer Kunden bedienen?" 
 
Gezielte Ansprache der neu erkannten Bedürfnisse und Anbieten unkomplizierter Lösungen innerhalb der Zielgruppe.
 
Nicht einfach nur mitreden, sondern Mehrwerte schaffen: Nur auf den Corona-Zug aufspringen, weil das Thema gerade überall sehr präsent ist, wird keine Früchte tragen, sondern birgt eher die Gefahr auf Verwirrung und Kritik zu stoßen. Konkrete Angebote, die helfen User durch die Krise zu bringen, sind gefragt.

Vorbereitet sein. Nicht die üblichen Themen und Ziele aus dem Auge verlieren! Irgendwann ist die Krise schließlich auch wieder vorbei. Auch darauf sollte man vorbereitet sein.

Je nach Branche variieren die Auswirkungen, die das Virus auf die eigene Marke hat stark. Nicht in jedem Bereich muss die gesamte Kommunikation überarbeitet werden. Wer sich nicht sicher ist, welche Art von Inhalten und Themenwelten aktuell gut oder schlecht ankommen, sollte sich nicht davor scheuen diese Frage direkt von der Community beantworten zu lassen. Das ist nicht nur der effektivste Weg ein akkurates Stimmungsbild aus der eigenen Followerschaft zu erhalten, sondern übermittelt auch eine gewisse Transparenz gegenüber der User und zeigt, dass ihre Meinung geschätzt und ernst genommen wird.
 
Dennoch ist auch Vorsicht geboten. Die Einschränkungen, die das Corona-Virus für jeden Einzelnen im Alltag hat, sind massiv. Daher ist jetzt ein gutes Gespür wichtig. Wie man sich als Marke in einer solchen Ausnahmesituation verhält und positioniert, wird sich vielen Followern und möglichen Kunden einprägen. Jetzt ist nicht die Zeit, um Produkte zu verkaufen, sondern primär ein Gefühl von Solidarität und Zusammengehörigkeit zu schaffen. Marken müssen User jetzt in ihrer aktuellen Lebenswelt abholen und sensibel mit ihren Sorgen umgehen. Dabei ist es wichtig dem eigenen Stil treu zu bleiben, authentisch und transparent zu kommunizieren und nicht den Eindruck entstehen zu lassen, die Krise als Vehikel zur Markenpositionierung auszunutzen.
 
Wir alle haben jetzt viele Fragen. Fans und Follower wollen wissen, wie ihre Lieblingsmarken mit der ungewohnten Situation umgehen und wie es mit Produkten und Services weitergeht. Die sozialen Netzwerke sind jetzt, mehr denn je, auch ein Kanal der Kundenbetreuung. Die verschiedenen Plattformen bieten diverse Möglichkeiten mit Usern in direkten Kontakt zu treten. So ist beispielsweise ein Q&A in den Instagram Stories eine gute Möglichkeit um User-Feedback zu erhalten, zu moderieren und Antworten den Followern bereitzustellen. Per Highlight steht es dauerhaft auf dem Profil zur Verfügung und kann regelmäßig mit Updates bestückt werden.

Alles neu in der Krise

Jetzt ist auch eine gute Zeit, um neue Plattformen auszuprobieren, die Nutzer tun das nämlich auch: TikTok wird schon seit einiger Zeit als das große neue Ding angepriesen. Dieser Trend setzt sich in der Krise nun noch weiter fort. Die App weist gerade einen riesigen Zuwachs an neuen Nutzern auf. Die Plattform, die als digitale Mini-Playback-Show startete, zeigt sich zunehmend seriöser: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat kürzlich eine Partnerschaft mit der App angekündigt, um über das Corona-Virus und dessen Folgen aufzuklären. Der Ende Februar gegründete ​Account der WHO​ zählt heute bereits über 1,5 Millionen Follower auf TikTok. In Zeiten, in denen viele Menschen Ablenkung und kurzweilige Unterhaltung in der digitalen Welt suchen, ist die Plattform ein großer Gewinner.

Giphy bietet als weltweit größte GIF-Plattform spannende Werbemöglichkeiten, das Format GIF kann in schweren Zeiten eine effektive Alternative zu aufwendigen Videoproduktionen darstellen. Houseparty ist eine App, die Videoanrufe in Gruppen ermöglicht und in Zeiten von beschränkten sozialen Kontakten so relevant wie nie ist. Jodel hingegen erlaubt es ausschließlich mit Menschen in einem 10 Kilometer Radius zu kommunizieren. Dies bietet die perfekte Möglichkeit für kleine, lokale Businesses eine relevante Zielgruppe zu erreichen und sich mit Usern in der direkten Umgebung zu vernetzen. Die Möglichkeiten, als Marketingabteilung neue Wege zu gehen, sind weit.
 
Auch Influencer Marketing kann in der aktuellen Situation, in der Nutzer viel Zeit zu Hause an ihren Smartphones verbringen, eine Chance sein, um relevante Botschaften glaubwürdig an die Zielgruppe zu bringen. Viele Influencer pflegen zu ihrer Community eine enge Beziehung, da sie täglich einen Einblick in ihr Privatleben gewähren und in ständigem Austausch mit ihren Followern stehen. Sofern Brandfit, Zielgruppe und Content stimmen, wirken durch sie beworbene Produkte oder Dienstleistungen eher wie eine Empfehlung eines Freundes. Hier gilt nach wie vor alles, was auch schon vorher im Influencer Marketing wichtig war – vor allem Authentizität. Auch im Influencer Marketing punktet man jetzt weniger mit plumpen Produktplatzierungen, als mit direktem Austausch und Interaktion mit der Community. Es gilt, stets sensibel mit der Situation umzugehen. 

Fazit 

Die Corona-Krise trifft viele Brands hart. Aber mit der richtigen Strategie, Kreativität und dem richtigen Gespür für die aktuelle Lebensrealität der Menschen, können Unternehmen in den sozialen Netzwerken jetzt wertvolle Beziehungen zu Followern aufbauen, sich als starker Partner in der Krise platzieren und Kunden echte Mehrwerte bieten. Es braucht ein sensibles Vorgehen und ein offenes Ohr für Feedback, Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse der Zielgruppe. Jetzt ist die Zeit genau zuzuhören und das Wir-Gefühl, das unser Land gerade auf faszinierende Weise durchzieht, aufzunehmen und mit in die sozialen Netzwerke zu tragen


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W&V Leserautor

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