Gastbeitrag von Stefan Kolle :
Content Marketing: "Willkommen in der Relevanzzone"

Content-Lüge, Heiliger Gral, Silo-Denke? Für Stefan Kolle, Gründer und Kreativchef von Kolle Rebbe, bedeutet Content Marketing schlicht und einfach die Chance, Marken bei steigender Werbeablehnung und in Zeiten von Adblockern zurück in die Relevanzzone zu bringen.

Text: W&V Leserautor

- 9 Kommentare

Content-Lüge, Heiliger Gral, Silo-Denke? Selten haben Branchengrößen so intensiv über die Definition und die Bedeutung eines Buzzwords diskutiert wie in Sachen Content Marketing. Offenbar versteht jeder etwas anderes darunter. Für Stefan Kolle, Gründer und Kreativchef der Hamburger Agentur Kolle Rebbe, bedeutet Content Marketing schlicht und einfach die Chance, Marken bei steigender Werbeablehnung und in Zeiten von Adblockern wieder zurück in die Relevanzzone zu bringen.

Von Stefan Kolle

Der legendäre Werbemann Howard L. Gossage hat einen schlauen Satz gesagt: "Die Menschen lesen keine Werbung. Sie lesen, was sie interessiert. Und manchmal ist’s eine Anzeige." Ersetzt man Anzeige durch Social-Media-Post, Film oder Youtube-Tutorial, hat man die Kraft des Content-Marketings im Netz perfekt beschrieben.

Es ist natürlich – auch strategisch – ein völlig anderes Arbeiten als in der Klassik, und daran muss sich der eine oder andere vielleicht noch gewöhnen. Doch die Trüffelsuche nach Themen und Geschichten, die in einer Marke stecken und für bestimmte Menschen interessant sind, bringt jeden Werber inhaltlich weiter. Auch die Zusammenarbeit mit Journalisten, Redakteuren und Dokumentarfilmern ist ein echter Gewinn. Genauso arbeiten wir übrigens seit Jahren für Kunden wie Lufthansa, Google, Aktion Mensch oder Tui. Nicht mehr "Was will ich als Marke den Leuten reinquatschen?" ist die Frage, sondern "Was kann ich als Marke Interessantes erzählen?" Und da "interessant" ein sehr, sehr weites Feld ist und viel mit Relevanz zu tun hat, muss in eine vernünftige Content-Marketing-Strategie noch mehr Hirnschmalz fließen als in einen lustigen TV-Spot. Der mag zwar unterhalten, wird aber eben immer als Werbung wahrgenommen. Content Marketing ist die Möglichkeit, Marken bei steigender Werbeablehnung und in Zeiten von Adblockern wieder in die Relevanzzone zu bringen.


Autor:

W&V Leserautor

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9 Kommentare

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Anonymous User 19. Februar 2016

Die Suche nach dem Nugget stand seit jeher am Anfang jeder Kampagne. Denn gute Kommunikation hatte schon immer einen relevanten Content. Und enthielt einen wahren Kern. Sie war unterhaltsam (Storytelling und eingängig.

Vielleicht haben sich Menschen mit Werbung damals mehr auseinandergesetzt, weil es (aus ihrer Sicht) bessere Werbung gab? Weil nicht alles durch 1000 Marktforschungsrunden glattgebügelt wurde? Weil die Produkte einen Kundennutzen erfüllt haben - und damit selbst relevant waren?

Vieles erinnert in der Debatte an Wein in alten Schläuchen. Vielleicht sollten wir endlich mal wieder zu den Wurzeln und zum Handwerk zurückkehren?

Tipp: man schaue sich da nur mal die Kommentare zu den Spots aus den 80er und 90er Jahren auf YouTube an.

Anonymous User 17. Februar 2016

Wird Content-Marketing nicht letztlich als Trojaner-Werbung definiert? Kann ein Small-Screen so small sein, dass auch das nicht als Werbung erkannt wird?

Anonymous User 17. Februar 2016

Wenn es so viel Content zum Thema Content Marketing gibt, braucht Content Marketing bald keine anderen Content mehr.

Anonymous User 17. Februar 2016

Das Zitat von Howard L. Gossage bringt es fast auf den Punkt... Heute haben die Menschen jedoch eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Es wird immer wichtiger durch echten Mehrwert und Inhalt zu überzeugen, anstatt durch reisserische WerbeClaims. Was sind die Probleme beim Kunden und welche Lösungen sind passend dafür. Man muss sich mehr in die einzelnen Zielgruppe/Personas hineinversetzen, um relevanten Content zu erstellen. Der kundenzentrische Ansatz und die richtige Story sind ein wichtige Bestandteile einer Content Marketing Strategie...

Anonymous User 17. Februar 2016

Ist die Frage "Was kann ich als Marke Interessantes erzählen?" nicht gleichbedeutend mit "Was will ich als Marke den Leuten reinquatschen?", nur etwas anders formuliert? "Was kann ICH als MARKE Interessantes erzählen" ist meines Erachtens nach wie vor eine als Storytelling verpackte Werbung. Das ist aber immer noch kein Content Marketing. Geht es nicht viel mehr um die Frage: "Was wollen meine Kunden eigentlich wissen?" Nur so gelingt der echte Perspektivenwechsel vom Unternehmen zum Kunden. Und nur das ist Content Marketing.

Anonymous User 17. Februar 2016

So, damit hat nun wirklich jeder, der sich für relevant hält, seinen Beitrag zur egozentriertesten Debatte der vergangenen Monate geleistet.
Aber eines muss man Herrn Kolle zugutehalten: Einen derart prägnanten und konstruktiven Beitrag hat bisher niemand abgelassen.
Das absurdeste Beispiel für sinnentleertes Contengeschwurbel aus der Phrasendreschmaschine hingegen war der gestrige Beitrag von Lars "Fähnchen-im-Wind" Cords.

Anonymous User 17. Februar 2016

Ich verzeihe es allen Beteiligten, wenn sie auf ihre Arbeit verweisen. Ist ja schließlich auch Marketing hier ;-)

Danke an Kolle und Schrader für fokussierte Beiträge ohne viel Blabla.

Anonymous User 17. Februar 2016

Kurz und prägnant. Gut so.

Anonymous User 17. Februar 2016

Eigenlob stinkt. Setzen. Sechs.

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