Top-Personalie :
Daniel Könnecke kündigt seinen Job als CEO von FCB

Der Agenturchef will sich ab April um seine Familie kümmern. Nach der Pause kann Daniel Könnecke zu FCB zurückkehren oder etwas ganz Neues machen. 

Text: Conrad Breyer

Daniel Könnecke war jüngster CEO der Branche, als er vor drei Jahren zu FCB ging.
Daniel Könnecke war jüngster CEO der Branche, als er vor drei Jahren zu FCB ging.

Ein Krankheitsfall in der Familie - und Daniel Könnecke handelt. Er braucht eine Auszeit, will sich kümmern. Nach drei Jahren steht FCB in Hamburg damit erstmals ohne CEO da.

Könneckes Aufgaben teilen die Kollegen untereinander auf: Kreativchef Christoph Nann und die Strategin Clara Schmidt-von Groeling wirken nach außen, CFO Michael Carl, seit Mitte November dabei, gibt den Innenminister. Die Kunden wissen Bescheid. Und Carter Murray, der Boss in der New Yorker FCB-Zentrale, zeigt Verständnis für Könneckes Schritt. Auch wenn er seinen Zögling ungern ziehen lässt.

Daniel Könnecke selbst fällt der Ausstieg nicht leicht. Er bleibt auf halbem Weg stehen, jedenfalls fühle sich das so an. Die Agentur, die als schwerfällig und langweilig galt, Beiersdorfs Reklameabteilung, hat er in den letzten drei Jahren neu aufgestellt, nachdem er von Isobar kam.

Könnecke hat die tradierte Zweiteilung von FCB aufgebrochen, hier die internationale Beiersdorf-Welt, dort das nationale Geschäft, und sie vereint. Er hat agile Arbeitsprozesse eingeführt und FCB dafür auch architektonisch umgestaltet.

Ein eigenes Büro besaß er nie, Könnecke hat sich einfach zu seinen Leuten gesetzt. Und sie gefördert, für große Aufgaben auch mal die zweite Reihe verpflichtet. Kunden und Kollegen schätzen ihn dafür. Hier ein Beitrag von Hamburg 1 ("Menschen Marken Medien") zur Agentur:

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Er hat für FCB neue Etats gewonnen wie Comdirect, Yamaha Music, Bosch und Chupa Chups. Und wären da nicht ein paar Altlasten (Umstrukturierung, Büroumbau) hätte die Agentur 2016, so die jüngsten Zahlen, operativen Gewinn gemacht. Die Marge ist niedrig zweistellig, hört man. So aber stehen 800.000 Euro Minus in der Bilanz des Bundesanzeigers. Nicht tragisch aus Sicht des Managements, aber eben auch nicht fertig.

Familie, Musik und Sport

"Ich habe immer viel Kraft aus meiner Familie gezogen", sagt Könnecke. Er möchte jetzt etwas zurückgeben. Vielleicht auch Sport treiben, mehr Musik machen. Könnecke spielt Schlagzeug.

Und ganz ohne Arbeit freilich will und kann er nicht sein. Daniel Könnecke reizt es, Prototypen zu entwickeln. Mal sehen. Zu FCB kann er jederzeit zurück. Oder er geht einfach anderswo hin.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.