Getty Images :
Das sind die 3 großen visuellen Trends für 2018

Was braucht visuelle Kommunikation im Jahr 2018? Trends, die Werbung, Design und Kommunikation prägen, stellt Getty Images im Visual Trend Report vor.

Text: Petra Schwegler

Welche visuellen Trends prägen 2018 Werbung, Design und Kommunikation? Welche Bildsprache ist bei den Verbrauchern künftig angesagt? Getty Images stellt sie im aktuellen Visual Trend Report vor.

Die Experten von Getty Images analysierten dafür Bilder in der Werbung, befragten lokale Teams und Kunden weltweit und leiteten Trends aus den mehr als 400 Millionen jährlichen Downloads auf der Website der Bildagentur ab. In die Analyse flossen außerdem unter anderem Untersuchungen zur Populärkultur und zum Konsumverhalten auf der ganzen Welt, das die Bildsprache in Werbung und Kultur maßgeblich beeinflusst.

Ein Fazit lautet, dass die Trends "das fortschreitende Aufbrechen von Stereotypen und einen Wandel im Storytelling" belegen. Und: Die neu veröffentlichten Daten zu weltweiten Suchanfragen zeigen demnach, dass der Fokus verstärkt auf Themen wie Multikulturalismus, Darstellung der Lesben-, Schwulen-, Bi*, Trans*, Inter*- und Queer*-Community und psychischer Gesundheit liegt.

Diese drei Trends werden laut Getty Images in diesem Jahr den größten Einfluss auf die Bildsprache und somit die Ansprache von Verbrauchern haben:

Masculinity Undone

Während in den vergangenen Jahren der Fokus zu Recht auf der stereotypen Darstellung von Frauen in der Werbung und in den Medien lag, wird laut der Bildagentur nun immer deutlicher, "dass auch die Darstellung von Männern extrem veraltet ist".

2018 würden die althergebrachten visuellen Stereotypen in Bezug auf Männer weiter aufgebrochen. "Dies führt dazu, dass wir mehr Bilder sehen werden, in denen Emotionen, Verletzlichkeit und Komplexität auch bei Männern eine Rolle spielen", heißt es.

Der Mann - in neuen Facetten.

Der Mann - in neuen Facetten.

Second Renaissance

Um auf das alltäglich gewordene massenhafte Fotografieren mit Handykameras zu reagieren, lassen sich Profis immer häufiger von der Kunstgeschichte inspirieren. Das Ergebnis sind Bilder, in denen bewusst das künstlerische Handwerk von Fotografien sichtbar wird. Im Bereich Portraitfotografie orientiere man sich nun wieder an Bildern vergangener Epochen, analysiert der Visual Trend Report.

"Dieser Trend ist weitgehend Künstlern verschiedenster ethnischer und kultureller Herkunft zu verdanken, denn sie sind auf der Suche nach positiveren und vielfältigeren visuellen Erzählweisen." Die Nachfrage nach dieser Art von Arbeiten nehme zu.

Angelehnt an Frida-Kahlo-Kunst?

Angelehnt an Frida-Kahlo-Kunst?

Conceptual Realism

Eine Kombination aus verschiedenen Faktoren hat aus Sicht von Getty Images einen neuen visuellen Trend hervorgerufen – den "konzeptuellen Realismus". Neue Technologien, wie die sozialen Medien, und eine allgemeine öffentliche Skepsis, nicht alles für bare Münze zu nehmen, haben die Nachfrage nach mehr "realen", authentischen Bildern deutlich erhöht.

Bei diesem Trend, der ursprünglich aus der Kunst- und Modewelt stammt, erzeugen Fotografen Bilder, die sich durch einen realistischen Stil auszeichnen.

Realistischer Stil im Trend.

Realistischer Stil im Trend.

Andy Saunders, Senior Vice President für Creative Content bei Getty Images, führt zusätzlich aus: "Wir freuen uns, dass die visuellen Trends, die unseren Erwartungen nach 2018 für Marken und Unternehmen wichtig sein werden, einen gewissen Optimismus erkennen lassen: eine Vision des Wandels, neue Helden und unablässige Kreativität. Für viele Menschen, die zuvor unsichtbar waren, deren Gesichter oder Körper keinen Platz in den Mainstream-Medien fanden, ist das sehr wichtig. Dies sind zwar kleine Schritte auf dem Weg zu einer kulturell vielfältigeren und interessanteren Welt, aber auch diese können zum Erfolg führen."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.