3. Schlechter Kommunikationsstil

Briefings sind eine kommunikative Aufgabe und Kommunikation ist per se kompliziert. Insofern kann man Missverständnisse nicht gänzlich vermeiden. Man kann jedoch durch ein gutes Kommunikationsverhalten viel tun, um sie möglichst schnell aus dem Weg zu räumen. Die kommunikativen Basics, die hierfür zielführend sind, kann man nicht oft genug wiederholen: zuhören, verstehen wollen, sich klar und einfach ausdrücken, nachfragen.

Ute Flockenhaus

Ute Flockenhaus

4. Überhöhte Erwartungen und zu vage Zielvorgaben

Zwei gängige Fallstricke für Briefings sind auch überhöhte Erwartungen und zu vage Zielvorgaben. Wenn wir dem Grafiker nur ein Minimalbudget für den Relaunch der hauseigenen Website vorgeben, können wir kein exzellentes Ergebnis erwarten. Wenn der Mitarbeiter mal eben zwischen Tür und Angel damit beauftragt wird, sich um ein Messe-Give-away zu kümmern, darf ich mich nicht beklagen, wenn es doch wieder nur der Kugelschreiber mit Firmenlogo wird.

5. Unkenntnis der Arbeitsschritte

Die Verantwortung für die Zeitplanung umfangreicherer Projekte liegt beim Briefingnehmer, denn nur er als Experte für die Aufgabe kann wissen, ob geplante Produktionszeiten realistisch sind. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, ein Projekt vom Zeitpunkt der Fertigstellung, also von hinten, oder vom Projektbeginn an zu planen. Entscheidend dabei ist die Kenntnis der einzelnen Arbeitsschritte, die der Job erfordert. Nur dann kann ich realistisch planen. Wenn ein Architekt ein Haus baut, weiß er welche Gewerke beteiligt sind und wie lange jeder Handwerker für seine Arbeit benötigt. Auf Basis dieser Zeiten kann er den Zeitpunkt der Fertigstellung des Hauses planen. Vergleichbares gilt auch für alle Werbemittel.

6. Verpuffte Pufferzeiten

Zeitliche Puffer sind die Geheimwaffe jedes Auftraggebers und Projektmanagers. Denn trotz guter Planung geht nie alles glatt und zudem arbeiten wir ja mit Menschen, nicht mit Maschinen. Die Krux bei zeitlichen Puffern ist, dass wir sie nicht kommunizieren, sie also nicht Teil der offiziellen Zeitplanung sind. Denn ein zeitlicher Puffer, den wir kommunizieren, ist keiner. Er verpufft.

7. Fehlendes Budget

Budgets definieren nicht nur ein Projekt, sondern tragen auch zur Kostentransparenz bei. Sie gehören in jedem Fall in ein vernünftiges Briefing. Denn, um ein schlichtes Beispiel zu nennen, wenn man den Azubi damit beauftragt, eine Location für die Firmenweihnachtsfeier zu suchen, wird auch die Budgetvorgabe darüber entscheiden, ob man bei McDonalds, in einem Sternerestaurant oder bei einem guten Italiener landet. Kurz: Ohne Budget kein Plan, keine Kostentransparenz und - nicht selten - ausufernde Kosten – so als würde man im Sichtflug den Atlantik überqueren. Das kann klappen, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht besonders hoch.


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W&V Redaktion
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