Der Verkauf an ASM brachte Vertikom nicht voran

Im Juni 2018 hatte Vertikom die Mehrheit an die polnische ASM verkauft. ASM ist eine börsennotierte Gruppe mit Sitz in Warschau. Deren Firmen decken Felder wie Verkaufsförderung, Beratung und Outsourcing, Merchandising, Feldmarketing, Produktpräsentation und Marktforschung ab. Für Vertikom waren die Polen vor allem ein strategisch wichtiger Partner, der den Zugang zu Osteuropa und zu Italien erleichtern sollte. Ein Jahr später war allerdings von einer Aufbruchsstimmung nur mehr wenig zu spüren. Von einer umfassenden Zusammenarbeit konnte nicht die Rede sein.

Das bestätigte auch Pieplow-Scholl gegenüber dem Branchendienst "Kontakter". Offenbar lief schon damals das Geschäft nicht mehr richtig rund. Daher sah sich die Gruppe gezwungen, schlanker zu werden. Es hieß, man wolle sich aufs Kerngeschäft "Sales-Kommunikation und -unterstützung" konzentrieren. So ­wurden Büros zusammengefasst, darunter in Hamburg und in Nürnberg, bei Vitamin E gab es einen Management-Buy-out ­(Hotelgeschäft) und auch das PR-Angebot wurde eingestampft. 2020 schließlich ließ Vertikom die Tochter "Pop Up My Brand" insolvent gehen. Sie wurde als "That‘s Retail" neu gegründet. Mit an Bord: Dialogfeld-Gründer und Ex-Vertikom-Chairman Oliver Walter.

Ob und wie es weitergeht mit Vertikom, die sich einst vorgenommen hatte, die größte europäische Agentur mit Fokus Vertrieb/Sales zu werden, werden die kommenden Wochen zeigen. Aber es dürfte alles andere als leicht sein, für die Restgruppe einen Käufer zu finden - sofern ASM überhaupt gewillt ist, ihre Anteile zu verkaufen.



Peter Hammer
Autor: Peter Hammer

begleitet seit vielen Jahren redaktionell die Agentur-Branche, für die W&V wie auch früher für den Kontakter. Als Ressortleiter wie Redaktionsleiter. Liebt gute Kreation, aber mehr noch interessante und innovative Geschäftsmodelle. Unabhängig von Kanal und Größe. Was ihn immer wieder überrascht: Wie viele spannende Menschen es in der Branche gibt.