Personalie :
Dirk Lapaz wird neuer Finanzchef von Grey

Der kaufmännische Geschäftsführer von Ogilvy Düsseldorf folgt auf Patricia Zimmerman, die Grey vor Kurzem verlassen hat.

Text: Conrad Breyer

Drei Vakanzen, einer kommt jetzt. Dirk Lapaz will die Finanzen von Patricia Zimmermann übernehmen.
Drei Vakanzen, einer kommt jetzt. Dirk Lapaz will die Finanzen von Patricia Zimmermann übernehmen.

Die Kreativbilanz kann sich sehen lassen, Platz acht im Kreativranking bislang (W&V 35/2018), auf kaufmännischer Seite hat Grey gerade aber ein bisschen zu kämpfen. Die Network-Agentur aus Düsseldorf (WPP) sucht einen Nachfolger für CEO Dickjan Poppema, der 2019 geht, sowie CMO Michael Rewald und Finanzchefin Patricia Zimmermann, die ebenfalls ausscheiden. Eine Nachfolge für Zimmermann scheint jetzt aber gefunden: Dirk Lapaz, kaufmännischer Geschäftsführer von Ogilvy Düsseldorf, will W&V-Informationen zufolge wohl vom Medienhafen an den Platz der Ideen wechseln. Das ist umso überraschender, als Lapaz sich damit auf eine ungewisse Zukunft einlässt. Wer sein neuer Chef ist, steht nämlich noch nicht fest. Die Suche nach einem Nachfolger von Poppema gestaltet sich schwierig, wie man hört.

Von Agenturseite ist keine Bestätigung für die Personalie zu bekommen; weder Grey noch Ogilvy äußern sich. Immerhin scheint sich auch die Vakanz von Rewald bald erledigt zu haben. In einem Interview mit dem Nachrichtendienst New Business hatte Greys Kreativchef Fabian Kirner eine Lösung in Kürze angedeutet.

Neuanfang gesucht

Grey braucht dringend gutes Führungspersonal. Nach größeren Etatverlusten (C&A, Warsteiner, NRW Bank, Teile von Deichmann) muss das neue Management ordentlich Neugeschäft machen. Zuletzt waren wegen C&A gut ein Dutzend Leute gegangen. Einige wichtige Köpfe aus der zweiten Reihe haben der Agentur außerdem schon früher den Rücken gekehrt, so Neil Elliot, zuletzt ECD auf P&G, oder Bodo Schiefer, Business Unit Director, verantwortlich für Volvo und GlaxoSmithKline, um nur zwei zu nennen. 335 Mitarbeiter beschäftigten sie am Rhein Ende 2017, vier weniger als im Vorjahr, 2015 waren es 348. Jetzt dürften noch weniger Leute für Grey arbeiten.

Aber Kreativchef Kirner ist guter Dinge: "Wir haben klare Pläne für die Zukunft, Rückendeckung vom Netzwerk und generell ambitionierte Ziele vor Augen." Eines sei, kreativ vorne mitzuspielen. Mit den Awards für Terre des Femmes, Barmer und anderen Kunden hat die Agentur hier schon einiges erreicht. Top 10 war das Ziel, ein Traum für Kirner wäre Top 5 in den folgenden zwei Jahren. Trotzdem fehlt es der Agentur an Profil, Relevanz und neuerdings auch wieder an substanziellem Geschäft.

Dirk Lapaz war zuletzt sechseinhalb Jahre bei Ogilvy in Düsseldorf, davor Geschäftsführer Finanzen bei Neo@Ogilvy und vor 2010 auch mal in Berlin. Dort hat er als CFO bei Plantage gearbeitet. Er war bei Brand Union, Jung von Matt und auch auf Verlagsseite tätig.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.