GWA :
Effie-Affäre: So sehen die Juristen den Fall Astra

Die Entscheidung um den Gold-Effie für Astra ist gefallen: Die nachträgliche Vergabe des Preises an Jung von Matt ist ungültig. Aber damit ist der Fall noch lange nicht erledigt.

Text: Peter Hammer

- 4 Kommentare

Die juristische Prüfung des Astra-Cases kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Danach ist die Verleihung des GWA Effie in Gold an Philipp und Keuntje trotz Fehlern in der Einreichung unanfechtbar. So das Ergebnis der Kanzlei Oppenhoff & Partner. Sie war vom Branchenverband GWA beauftragt worden, den Sachverhalt zu klären.

Demnach ist die nachträgliche Nominierung von Jung von Matt als beteiligte Agentur des Astra-Cases, die auch zu einem Effie in Gold in der Kategorie "Evergreen" führen würde, zu keinem Zeitpunkt wirksam. Nach der erfolgreichen Reform der Kategorien wird der GWA nun auf Grundlage der Prüfungsergebnisse den Einreichungs- und Jurierungsprozess einer eingehenden Analyse und gegebenenfalls Überarbeitung unterziehen. "Das Ergebnis des Gutachtens ist eindeutig, es gibt keinerlei Interpretationsspielraum", kommentiert Thomas Eickhoff, der die Untersuchung des Falles im GWA-Vorstand verantwortet.

Frank-Michael Schmidt ist grundsätzlich mit der Entscheidung zufrieden. Alle seine Forderungen seien erfüllt worden und alle Schritte, die nach der Jurysitzung vom 1. Oktober 2015 erfolgten, seien für nicht wirksam erklärt worden. Der Scholz-&-Friends-Chef hatte den Stein im Oktober 2015 ins Rollen gebracht. In einem offenen Brief hatte er dargelegt, dass der damalige Jurychef und JvM-Vorstand Thomas Strerath den Preis ohne Rücksprache mit der Jury und nicht im Einklang mit den Regularien auch an Jung von Matt vergeben hatte.  In Folge war Strerath von seinen GWA-Ämtern zurückgetreten.

Im Rahmen der Preisvergabe wurde auch Kritik am Verhalten von GWA-Präsident Wolf-Ingomar Faecks laut. Er erklärt in einem Brief an die Mitglieder: "Bei dem Vorgehen auf Seiten des GWA wurden durch die Handelnden, mich eingeschlossen, Fehler gemacht." Dafür entschuldigt er sich und will in einer noch zu terminierenden außerordentlichen Mitgliederversammlung die Vertrauensfrage stellen.


4 Kommentare

Kommentieren

Anonymous User 26. März 2016

Ich hoffe JvM und Strerath lassen endlich mal wieder etwas Ruhe in der Branche einkehren und hören mit diesem Förmchenwerfen im Reklame-Sandkasten auf, so wie es alle anderen Erwachsenen hier es auch irgendwie schaffen.

Anonymous User 24. März 2016

In die Köpfe von Menschen kann man ja leider nicht schauen. Über die Motive können wir deshalb alle nur spekulieren. Ein Versehen? Ich würde das gerne glauben, weil ich die Branche mag. Wenn ich mir die Reaktionen im gesamten Verlauf des Spektakels ansehe, kann ich aber nicht an ein Versehen oder an Fahrlässigkeit glauben. Da muss ich meinem Vorredner leider zustimmen. Anständig und verantwortungsvoll war das zu keiner Zeit. Respekt für den Vorsitzenden, der sich ehrlich und engagiert zeigt.

Anonymous User 24. März 2016

Hochachtung vor der Reaktion des GWA Vorsitzenden: Er war in der Sache nur der "Unterlassende" und entschuldigt sein Fehlverhalten öffentlich vollumfänglich, stellt sogar die Vertrauensfrage.
Peinlich dagegen die "Interpretation" des "Handelnden" bzw. JvM. Der "Handelnde" hat also alles richtig gemacht und man sieht ihn von allem reingewaschen? Mutige Lesart eines Gutachtens, das Motivlagen (leider) offenbar nicht prüfen sollte, wohl aber deutliche Worte zu Compliance und Interessenkonflikten findet.
Einsicht, Demut und vor allem Integrität können offenbar alle, aber nicht TS und JvM, nichtmal nach so eindeutiger Ohrfeige.

Anonymous User 24. März 2016

Das Ergebnis passt doch. Damit sollten alle zufrieden sein und Ruhe geben. Schaden genug haben sie schon angerichtet, ausgelöst hat's einer allein.

Kluges und integres Handeln hätte unserer Branche den Mist erspart.

Diskutieren Sie mit