Fragt man Christoph Nann, wie sich die Agentur in den vergangenen Monaten verändert hat, so fällt immer wieder ein Satz: "Wir haben uns angewöhnt schnell zu entscheiden und dann auch umzusetzen." Zumal sich die Agenturmit dem Umzug quasi von der einstigen Mutter gelöst und komplett eigene Strukturen aufgebaut. Auch bei der IT.

Mit dem Management Buyout im vergangenen Jahr stellte sich die Agentur selbst auf den Prüfstand und konfrontierte sich mit den einschlägigen Fragen: Wer wollen wir sein? Wie wollen wir sein? Und was können wir Kunden bieten? Antworten darauf kamen nicht vom Management, sondern von den zehn Arbeitsgruppen, die sich mit "FCB Next" beschäftigten. 100  Tage lang diskutierten die Mitarbeiter über Themen wie "Next Office", "Kultur und Werte" oder auch "Prozesse und Tools". Ohne die Chefs. Die Ergebnisse wurden dann in zehn Sessions à 20  Minuten präsentiert – und waren die Basis für die neue FCB.

Empathie für Menschen und Marken

Doch wer oder was ist FCB Hamburg? "Wir sind die einzige inhabergeführte Networkagentur in Deutschland", sagt Nann. Und schiebt gleich hinterher: "Wir stehen für zeitempathische Markenführung." Klingt interessant, ist aber beides durchaus erklärungs­bedürftig. Network-Agentur sind die Hamburger, da sie – gegen ein entsprechendes Fee – auf viele Ressourcen der FCB Worldwide zugreifen können. So bei Kundenprojekten oder auch bei Pitches. Generell hilfreich ist die "Anbindung" auch für die beiden Beiersdorf-­Marken, die FCB Hamburg international betreut: Eucerin und Hansaplast. Wie ist mit diesen Etats weitergeht, ist aktuell nicht abzuesehen. Auf der anderen Seite entscheiden die Deutschen völlig unabhängig, wie und mit wem sie die Agentur weiter voranbringen wollen. Und was verbirgt sich hinter "zeitempathisch"? "Was in unserer technologisierten Zeit oft verloren geht, ist ein echtes Verständnis für die Menschen. Mit Zeitempathie wirken wir dem entgegen", so Nann. "Diese Arbeitsmethode erlaubt uns die Gefühlslage der Menschen über die Zeit, in der sie leben, zu verstehen, um markenadäquate Antworten zu finden. Das schafft substanzielle Kommunikation, die nicht jedem Trend hinterherläuft."