Studie :
Forrester: Hunderte WPP-Agenturmarken müssen verschwinden

Die Mediaagenturen sollten unter dem Markennamen Group M operieren und die Kreativagenturen in sieben Networks konsolidiert werden, so die Empfehlung.

Text: Franz Scheele

Um zu überleben, so heißt es in der Studie, müssten WPP und die anderen großen Werbeholdings sich radikal umstrukturieren.
Um zu überleben, so heißt es in der Studie, müssten WPP und die anderen großen Werbeholdings sich radikal umstrukturieren.

Die Werbeholding WPP sollte sich von Hunderten ihrer Agenturmarken verabschieden und sich auf wenige Dutzend beschränken, um den Bedürfnissen der Marketingchefs von werbungtreibenden Unternehmen gerecht werden zu können.

Dies empfiehlt der US-Marktforscher Forrester in seiner Studie "Agency Holding Companies Need a Brave New Business Model" (kostenpflichtig), aus der der britische Branchendienst The Drum ausführlich zitiert.

Die konkrete Empfehlung: Die WPP-Mediagenturen sollten künftig allein unter dem Markennamen Group M operieren und die diversen Kreativagenturen in die sieben globalen Networks AKQA, Grey, JWT, Ogilvy, VML, Wunderman und Y&R konsolidiert werden.

Größter Handlungsbedarf bei WPP

Um zu überleben, so heißt es in der Studie, müssten WPP und die anderen großen Werbeholdings sich radikal umstrukturieren. Nach Ansicht der Autoren Jay Pattisall und Ted Schadler besteht aber bei WPP der größte Handlungsbedarf. Entweder konsolidiere sich WPP oder das Werbenetzwerk werde "von jemandem übernommen, der diese Aufgabe übernehmen wird".

Die Studie nennt drei Kräfte, die an dem bestehenden Holding-Modell rütteln: Immer mehr werbungtreibende Unternehmen bauen Inhouse-Agenturen auf, große Beratungsfirmen drängen ins Marketinggeschäft und CMOs versuchen aggressiv, Kosten einzusparen, insbesondere im Media-Bereich.

Deutliche Straffung und weniger P&Ls

Einige der Studien-Thesen wurden inzwischen von WPP zurückgewiesen. So erklärte beispielsweise COO Mark Read gegenüber The Drum, dass die Unternehmensstruktur von WPP bereits deutlich gestrafft wurde. Bei den Mediaagenturen erziele WPP "eine Skalierung bei den Daten, der Technologie und dem Einkauf", so Read. "Aber wir behalten separate Agenturen bei, um für unsere Kunden zu arbeiten. Ich denke, das ist die richtige Struktur."

Allerdings erklärte Reed auch: "Wir brauchen vermutlich weniger P&Ls. Wir müssen sicherstellen, dass jede einzelne Agentur so gut positioniert ist, dass sie in Zukunft erfolgreich sein kann. Das sind die Dinge, an denen wir derzeit arbeiten."


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.