Neukunde via Social Media :
Freibier-Etat: Ministry Group sucht und findet Bierkunde

Die Hamburger Agentur Ministry Group sucht via Social Media einen Bierkunden. Der Deal: Die Brauerei erhält kostenlose Betreuung - und die Agentur Freibier. Der Aufruf war erfolgreich.

Text: Maximilian Flaig

Ministry-Geschäftsführer Marco Luschnat (l.) macht ein Angebot, das Landgang-Gründer Lars Großkurth gerne annimmt.
Ministry-Geschäftsführer Marco Luschnat (l.) macht ein Angebot, das Landgang-Gründer Lars Großkurth gerne annimmt.

Mitte Mai startete die Hamburger Ministry Group in einem Video einen originellen Aufruf: Gesucht wurde ein Brauerei-Kunde, der in Bier bezahlen sollte. Die Hamburger Craftbeer-Brauerei Landgang hat das Rennen nun für sich entschieden: Sie wird fortan von der Werbeagentur betreut.

Die Idee entstand - wie sollte es anders sein - beim Biertrinken. Nicht ganz unschuldig ist zudem die Bar mit den beiden Zapfhähnen. Sie ist Bestandteil der neuen Räumlichkeiten, in denen die Ministry Group seit Januar logiert. 

Getreu dem New-Work-Prinzip wurde dort das eine oder andere Feierabendbierchen unter Kollegen getrunken. "Schnell merkten wir, bei 60 Mitarbeitern geht das ganz schön ins Geld und dachten uns, das geht bestimmt schlauer", erzählt Pressesprecher Christian Grollmann.

Aufruf mit einem Social-Media-Video

Einer sagte schließlich: "Lasst uns für eine Brauerei arbeiten, die uns mit Bier beliefert". Um eine passende Brauerei zu finden, drehte man ein humorvolles kurzes Video und veröffentlichte dieses über Social Media Kanäle. Zu sehen ist Geschäftsführer Marco Luschnat:

Auf den Aufruf meldeten sich einige kleinere Craftbeer-Brauereien. Dass keine der etablierten Industriebrauereien unter den Bewerbern war, sei insgeheim sogar gewünscht gewesen, erklärt Grollmann: "Craftbeer Brauereien brauchen oft noch Support. Das hat uns gereizt." 

Entscheidend war außerdem, dass Image von Brauerei und Agentur kompatibel sind. Der ausschlaggebende Faktor war schließlich die Sympathie. Die Brauerei Landgang überzeugte und versorgt nun die trinkfreudigen Mitarbeiter mit vier Fässern Bier pro Monat. 

Im Gegenzug startet Ministry Group kleinere Werbemaßnahmen. Mittelfristig ist die Gestaltung einer Website geplant. Ob Landgang irgendwann neben Bier mit echtem Geld bezahlen wird, ist nicht auszuschließen. Jedenfalls sei Landgang eine frische Marke, die noch viel vorhabe, sagt Grollmann. Eine Ausweitung der Kooperation sei durchaus denkbar. Auf Facebook präsentiert die Agentur ihren Neukunden:


Autor:

Maximilian Flaig

Unterstützt als Werkstudent die Redaktion in allen Bereichen. Während seines aktuellen Masterstudiengangs American History, Culture and Society schrieb Maximilian Flaig bereits für die "Süddeutsche Zeitung".


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