2) ... bringen frische, kreative Impulse, auch jenseits von Werbung für jedwedes Thema. Wer eine virtuelle Agentur führt, ist in der Regel gut vernetzt, kennt die Besten der Besten. Und neben klassischen Kreativen kommen oft auch Quereinsteiger zum Zuge, Künstler, Architekten, Blogger. Das kann nützlich sein.

3) ... motivieren sowohl Krea­tive wie Kunden. Gute Freie steigen nur dann in ein Projekt ein, wenn sie wirklich Spaß daran haben. Und Kunden müssen eng mit den Kreativen zusammen­arbeiten, wenn das Know-how für die Marke, auf der alle arbeiten, fehlt.

4) ... sparen Zeit und Geld. Freischaffende Kreative und Strategen sind teuer. So manche Agentur berechnet für ihre Leute einen vierstelligen Tagessatz. Dafür sind alle schneller, agiler. Entscheidungen ersetzen Debatten, alle übernehmen Verantwortung. Der kreative Output solcher Projektteams kann enorm sein. Nervt aber auch, wenn die Abläufe nicht stimmen. Kunden müssen klare Ansagen machen.

5) ... währen manchmal ewig, zumindest ansatzweise. Dafür braucht es allerdings Kernteams, die permanent auf Budgets sitzen, ob mit Angestellten oder festen Freien. Das schafft Kontinuität. Der Kunde trägt dann ein geringeres Risiko. Problem: Etabliert eine virtuelle Agentur Strukturen, stellt sie ihr eigenes Geschäftsmodell infrage. Für die langfristige Markenführung bieten etablierte Agenturen, ob Network oder inhabergeführte, ohnehin das bessere Modell.

Portraits der genannten Agenturen sowie eine ausführliche Analyse zu offenen Agenturmodellen finden Sie in der aktuellen W&V (Nr. 15/2017 vom 10. April) ab S.26.



Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.