Reiner erklärte auf dem Panel, sie wolle Grey einen "unfairen Vorteil" verschaffen, was Talent angehe, und Grey die "Diversity" geben -  heterogen zusammengemischte Teams und Mitarbeiter - mit den Kenntnissen modernern Marketings, die Kreativität nun mal erfordere.

Zu den Kunden, die das betrifft und mit denen Grey NY seit Monaten schon über die neue Kreativitätsparole spricht, gehört Procter & Gamble. Markenchef Marc Pritchard saß in Miami gemeinsam mit Reiner auf dem Podium. Und gab sich erfreut: "Als Kunde ist das Musik in unseren Ohren", sagte Pritchard. "Wir wollen dort investieren, wo es den größten Nutzen hat, und das ist Kreativität."

Dass Grey 75 Cent von jedem Dollar für kreative Talente ausgeben will, sei ein Meilenstein für die Zusammenarbeit und werde zum gemeinsamen Ziel beitragen: mehr Wachstum. Unmittelbar vor der Podiumsdiskussion hatte P&G bekanntgegeben, nun mehrere Agenturen zusammenzubringen und daraus ein neues Modell einer Kreativagentur für seine Bedürfnisse zu bauen.

Creativity first

Adweek zitiert den Kreativchef von Grey Worldwide, John Patroulis: "Wir sind in erster Linie kreativ, für unsere Mitarbeiter, für unsere Kunden, und unsere Arbeiten ebenso wie die laufende Neustrukturierung werden das zeigen." Eine größere Bandbreite kreativer Lösungen werde damit sichergestellt. Kreativität sei der Entwicklungstreiber der Branche.

Zu den erwähnten Umstrukturierungen gehört, dass Grey New York beispielsweise unter dem Namen "Reduced Work Week" nun die Möglichkeit einer Vier-Tage-Woche anbietet; wer am Programm teilnimmt, bekommt währenddessen 15 Prozent weniger Gehalt (obwohl er 20 Prozent weniger arbeitet).

Anfang des Jahres hatte Grey Personal abgebaut; das Programm sei aber die Antwort darauf, dass sich viele Angestellte eine bessere Work-Life-Balance gewünscht hatten, keine Maßnahme zur Senkung von Personalkosten.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.